„Die Höhle der Löwen“ im TV
Knüppelknifte lässt sich nicht fressen

Abzocke vor laufender Kamera: In der neuen Start-Up-Casting-Show „Die Höhle der Löwen“ stellen Unternehmer fünf Investoren ihr Produkt vor – und müssen für eine Kapitalbeteiligung manchmal ganz schön bluten.
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DüsseldorfBewaffnet mit zwei Knüppeln und einem Franchise-Konzept wagen sich Erik Schwarzer und Florian Hermann in „Die Höhle der Löwen“. Mit dem Gastronomie-Unternehmen „Knüppelknifte“ haben sie das Zeltlageressen Stockbrot an den Tisch und Lagerfeuer-Romantik in die Stadt gebracht.

Authentisch und entschlossen treten die beiden Unternehmer aus Bochum in der Vox-Castingshow auf. Seit drei Wochen läuft die Sendung „Die Höhle der Löwen“ immer dienstags um 20.15 Uhr. Insgesamt gibt es acht Sendetermine.

Das Konzept ist einfach: Start-up-Gründer stellen fünf Investoren – den Löwen – ihr Produkt vor. Je überzeugender die Geldgeber das Unternehmen finden, desto besser kann der Deal für den Kandidaten ausgehen.

Für Knüppelknifte sieht es zunächst nicht so profitabel aus. Der Investor Vural Öger, der das Tourismus-Imperium „Öger Tours“ besitzt, zweifelt an dem Konzept von Knüppelknifte – zu romantisch, nicht rentabel sei das Geschäftsmodell: „Scheinbar seid ihr sehr jung, sehr unerfahren und noch lange keine Unternehmer“, sagt er.

Die Hölle der Löwen

In Nahaufnahme sieht der Zuschauer zuerst sein Gesicht, dann schwenkt die Kamera auf Schwarzer und Hermann. Dramatische Szene, harmlose Reaktion. Vox zeigt keine Verzweiflung in den Augen der Unternehmer, sondern bloß gefasste Gesichter. Im Interview mit Handelsblatt Online äußert Schwarzer Kritik an der Verhandlungsart der Löwen: „Man kann auf zwei Wegen Geld verdienen: mit Masse oder mit Qualität.“ Da habe es Knackpunkte gegeben.

Dass mit der Teilnahme harte Bedingungen einhergehen, bekam auch ein Mutter-Tochter-Paar in der Sendung in der vergangenen Woche zu spüren: Gemeinsam haben sie „Beli-Luu“ kreiert, eine Lackierhilfe in French-Style für die Fingernägel der Frau – ganz klar ein Produkt für die „Löwin“ Judith Williams.

Während Williams in Deutschland mit ihrer eigenen Kosmetiklinie als eine der erfolgreichsten Geschäftsfrauen gilt, spielt sie in der Sendung „Die Höhle der Löwen“ die Rolle der Homeshopping-Mutti mit einem Faible für Beauty-Produkte. Dass sie die richtige Ansprechpartnerin für das Beli-Luu-Produkt ist, weiß der Zuschauer schon, bevor die Entwicklerinnen in die Höhle der Löwen ziehen.

Leider zieht sich genau dieses Muster durch die ganze Show. Zuschauer mit gesundem Menschenverstand können vorhersehen, was passiert. Für alle anderen versucht Vox mit Musik ganz im Style der Casting-Mutter Deutschland sucht den Superstar“ von RTL Dramatik zu erzeugen. Richtig spannend wird es aber selten.

Ach ja, einen Moderator gibt es auch. Ebenso unbekannt wie unwichtig soll Amiaz Habtu durch die Sendung führen. In Wahrheit tätschelt er den Kandidaten nur die Schulter, wenn sie nervös sind. „Nervosität? Ehm, von eins bis zehn: acht, siebeneinhalb, acht“, sagt Erik Schwarzer noch vor ihrem Einzug in die Investoren-Höhle. Dass es für ihn eher zur Hölle wird, hat er selbst in diesem Moment vermutlich nicht geahnt.

Für 15 Prozent Gewinnbeteiligung im ersten Jahr fordert er 200.000 Euro von den Investoren. Doch die Rechnung der beiden Gründer von Knüppelknifte geht nicht auf. Die Löwen haben geschlossen eine Investition gewittert, jedoch eine Umstrukturierung der Gastronomie-Idee in eine Schnellimbiss-Kette als Bedingung für eine Beteiligung gestellt.

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Die Löwen wollen schnelles Geld machen

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