Indien und das Freedom 251 Chaos um das billigste Smartphone der Welt

Ein Smartphone zum Preis von etwas mehr als 3,30 Euro sollte Indien verändern. Doch nun wachsen die Zweifel bei Verbrauchern und der Konkurrenz. Sogar von Betrug ist die Rede.
Das Chaos rund um das billigste Smartphone der Welt wächst. Quelle: dpa
Präsentation des Freedom 251

Das Chaos rund um das billigste Smartphone der Welt wächst.

(Foto: dpa)

BangkokDiesem Ansturm konnte die Seite nicht standhalten: Nur wenige Minuten nach dem Verkaufsstart des mutmaßlich billigsten Smartphones der Welt brachen die Server des Herstellers Ringing Bells zusammen. 600.000 Klicks pro Sekunde seien einfach zu viel, teilte die Firma auf ihrer Website mit. So mancher Inder wollte das nicht akzeptieren. Hunderte versammelten sich vor dem Büro des Herstellers und protestierten.

Das ist nicht die einzige Panne: Der kurze Hype um das Smartphone namens „Freedom 251“ wandelt sich mehr und mehr zu einer allgemeinen Verwirrung. Das Telefon für umgerechnet gerade einmal 3,30 Euro sollte eigentlich in Windeseile das gesamte Land digitalisieren; auf der Launch-Party waren auch prominente Politiker der Regierungspartei anwesend.

Hersteller Ringing Bells verspricht auf seiner Website auch den ärmsten Bauern des Landes die „allerneueste Technik“ zur Verfügung zu stellen. Die Schlagzeile über das billigste Smartphone der Welt ging um die Welt.

Doch jetzt häufen sich die Peinlichkeiten. Und es wachsen die Zweifel, wie ein Smartphone von dieser Qualität überhaupt zu dem Preis hergestellt werden kann. Der Verband der indischen Smartphone-Industrie hält es für absolut unmöglich, ein solches Handy zu diesem Preis zu produzieren. Und der Abgeordnete Kirit Somaiya von der Regierungspartei BJP warnt auf seiner Facebook-Seite bereits: „Das ist ein großer Betrug!“

SAVDHAN BEAWAREOf FREEDOM 251 Mobile* FREEDOM 251 a Smartphone copy of ₹251 is nothing but Fraud * It is...

Posted by Kirit Somaiya on Donnerstag, 18. Februar 2016

Es scheint tatsächlich zu schön, um wahr zu sein: Für den Preis eines Starbucks-Kaffees sollen die Kunden immerhin 8 Gigabyte Speicherplatz, einen Vierkernprozessor mit 1,3 Gigahertz sowie ein vier Zoll großes Display bekommen. Der Präsident von Ringing Bells, Ashok Chadha, erklärte den Wunderpreis so: Sein Unternehmen würde sparen, indem es in Indien produziere und staatliche Unterstützung im Rahmen der „Make in India“-Kampagne nutze. Angesichts der großen Stückzahlen könnte er zudem die Teile im Großhandel äußerst billig einkaufen. Auch der ausschließliche Online-Vertrieb würde Kosten einsparen.

Das sind die zehn größten Datenschutzsünden
Digitale Sünder
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Jemand anderem die EC-Karten-Pin verraten, immer das selbe, einfallslose Passwort verwenden, das umstrittene Teilen von Kinderfotos über Facebook: Eine Forsa-Umfrage hat ermittelt, wie häufig welche Fahrlässigkeiten beim Datenschutz vorkommen. Dabei geben 27 Prozent an, ganz ohne Sünde zu sein. Die größte Gruppe stellen hier mit 43 Prozent die über 60-Jährigen – mit sinkendem Alter nimmt die Prozentzahl der Sündenlosen ab. Bei den 45- bis 59-Jährigen sind es noch 28 Prozent, dann folgen die 30- bis 44-Jährigen (18 Prozent) und von den 18- bis 29-Jährigen sind nur zehn Prozent ohne Sünde. Die Frauen (30 Prozent) stehen besser da als die Männer (24 Prozent). Doch wo wird am meisten gesündigt?

Quelle: Forsa-Studie „Die größten Sünden 2015 – Teil 5: Datensicherheit“ im Auftrag der Gothaer

Platz 10: Auf Spam-Mail antworten
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Aus Versehen auf die Mail von zwielichtigen Absendern, die auf krumme Geschäfte hoffen, geantwortet – das ist doch jedem schon einmal passiert, oder? Ein Prozent der Befragten haben auf eine Spam-Mail geantwortet – vor allem machen das Männer im Alter von 45 bis 59 Jahren oder über 60 Jahre.

Platz 9: Einen Flug auf einem unbekannten Portal buchen
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Die Seite sieht aus wie mit Paint gemalt und liest sich wie frisch von Google übersetzt, aber dafür kostet der Flug nach New York und zurück auf auch nur 200 Euro. Gut, vielleicht ein leicht überzogenes Beispiel. Dennoch: Drei Prozent der Befragten haben sich schon einmal durch günstige Preise dazu hinreißen lassen, einen Flug auf einem unbekannten Portal zu buchen. Vor allem bei den Unter-30-Jährigen sind derartige Seiten beliebt (acht Prozent).

Platz 8: E-Mail-Anhang von Unbekannten öffnen
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Vertrauen Sie keinen E-Mail-Anhängen von unbekannten Absendern. Denn öffnen Sie auch nur einen falschen Anhang, kann ihr Computer schon infiziert sein. Insgesamt fünf Prozent haben bereits diesen Fehler gemacht. „Dateianhang nicht öffnen“ lautet hier die Devise.

Platz 7: Anderen Personen die Pin verraten
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Auffällig ist, dass vor allem junge Menschen zwischen 18 und 29 Jahren besonders fahrlässig mit Daten umgehen. Den Pin-Code, für das Smartphone zum Beispiel, verraten 13 Prozent anderen Menschen (gesamt: sechs Prozent).

Platz 6: Virenscanner abbrechen
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Wenn man keine Anti-Virus-Software verwendet oder diese nicht regelmäßig aktualisiert, ist das System ungeschützt vor Hackern. Auch weil es oft zu schnell gehen soll: Zwölf Prozent der Jüngeren (18 bis 29 Jahre) haben schon einmal den Virenscan abgebrochen, weil er zum Beispiel ihren Computer verlangsamte (gesamt: sieben Prozent).

Platz 5: Kinderbilder in sozialen Netzwerken teilen
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Wenn Eltern unbekümmert Bilder ihrer Kinder in sozialen Netzwerken posten, kann das gefährlich werden. Zehn Prozent der Befragten scheinen sich dieser Gefahr nicht bewusst zu sein.

Doch der Verband der indischen Smartphone-Industrie hält diese Argumentation für unglaubwürdig. Allein das Material für ein solches Produkt koste im Großhandel mindestens 2.700 Rupien (35 Euro), heißt es in einem Brief des Verbandes an die Regierung: „Insgesamt kann man ein solches Produkt nicht für weniger als 4100 Rupien (50 Euro) verkaufen“, stellt der Verband fest.

Vertrauen in die Firma schwindet
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