1. Startseite
  2. Finanzen
  3. Märkte
  4. Marktberichte
  5. Dax aktuell: Dax setzt seine fulminante 1000-Punkte-Rally fort

Dax aktuellDax setzt seine fulminante 1000-Punkte-Rally fort

Der deutsche Leitindex strebt in Richtung der 16.000-Punkte-Marke. Auch das Rekordhoch ist nicht mehr weit entfernt.Jürgen Röder 16.11.2023 - 18:18 Uhr aktualisiert

Düsseldorf. Am deutschen Aktienmarkt geht die Rally weiter. Am Donnerstag schloss der deutsche Leitindex Dax mit einem Plus von 0,24 Prozent bei 15.787 Punkten. Am Nachmittag veröffentlichte US-Wirtschaftsdaten stützten den Dax zusätzlich, weil sie die Hoffnungen auf ein Erreichen des Zinshochs eher noch nährten. Allerdings hielt sich das Plus im Vergleich zu den letzten Tagen in Grenzen: Bereits am Mittwoch gab es zum Handelsende ein Plus von 0,9 Prozent mit einem Endstand von 15.748 Zählern.

Nach einem Zuwachs von mehr als 1000 Punkten oder umgerechnet sieben Prozent in nur drei Wochen dürften einige Börsianer aber allmählich innehalten und die Lage neu bewerten. Gewinnmitnahmen wären in den kommenden Tagen keine Überraschung.  

Eine aktuelle Umfrage der Börse Frankfurt unter mittelfristig agierenden Privatanlegern und institutionellen Investoren zeigt: Trotz dieser 1000-Punkte-Rally in nur drei Wochen gab es bisher kaum Gewinnmitnahmen.

Für den Verhaltensökonomen Joachim Goldberg, der die Erhebung der Börse Frankfurt auswertet, ist das bemerkenswert. Ohne den Paradigmenwechsel einer Zinswende in den USA wären die entstandenen Buchgewinne von maximal sieben Prozent schon längst realisiert worden.

Goldberg sieht diese Lage als Belastung für den Dax. Denn wenn die optimistischen Investoren von heute einen ersten „guten Grund“ finden, sich von ihren Beständen zu trennen, dürften die Kurse seiner Meinung nach abrutschen. „Derzeit trampeln die Bullen noch alles nieder“, sagt Goldberg.

Charttechnische Lage hat sich deutlich verbessert

Innerhalb von nur drei Tagen hat der Leitindex die drei wichtigsten Durchschnittslinien zurückerobert, die für den kurz-, mittel- und langfristigen Trend stehen. Nach dem Überwinden der 50- und 100-Tage-Linie kletterte das Börsenbarometer auch über den Durchschnitt von 200 Tagen. Diese Linie wird vor allem von langfristigen Investoren beachtet.

Nach Meinung von Jörg Scherer, Leiter technische Analyse bei HSBC Deutschland, hat sich mit dem Überwinden der 200-Tage-Linie die Chartsituation deutlich verbessert. Nun stellen die Hochs vom August/September bei rund 16.000 Punkten das nächste Anlaufziel dar. Für kurzfristig orientierte Trader bietet sich seiner Meinung nach der Bereich rund um die 200-Tage-Linie, derzeit bei 15.647 Punkten, als engmaschige Absicherung an.

Mit dem heutigen Kursschluss fehlen nur noch 213 Punkte, um diese psychologisch wichtige 16.000-Punkte-Marke zu erreichen. Und bis zum Rekordhoch, das am 31. Juli mit 16.528 Zählern markiert wurde, sind es nur noch etwa fünf Prozent.

Ölpreis rutscht weiter ab

Die Ölpreise sind am Donnerstag gesunken und haben damit an die Verluste vom Vortag angeknüpft. Im Vergleich zum Mittwoch ging es mit den Notierungen am Ölmarkt aber nur noch leicht nach unten. Am Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Januar 77,64 US-Dollar.

Belastet wurden die Ölpreise durch die jüngste Entwicklung der Ölreserven in den USA. Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die Lagerbestände an Rohöl in den USA in der vergangenen Woche um 3,6 Millionen auf 439,4 Millionen Barrel gestiegen waren. Der Anstieg war stärker als erwartet ausgefallen.

Damit ist die „Risikoprämie“, der höhere Preis aufgrund geopolitischer Risiken, aus dem Nahostkonflikt komplett wieder ausgepreist. Nach Meinung von Michael Winkler, Anlagestratege der St. Galler Kantonalbank Deutschland, bieten sich derzeit Ölaktien als antizyklische Investmentidee an. Die Papiere von Ölkonzernen wie Exxon, BP, Shell oder Total Energies können einen gewissen Schutz für das Portfolio bieten, falls sich die Krise im Nahen Osten doch verschärfen sollte.

Den Experten zufolge dürften sie auf eine leichte Abschwächung der Wirtschaft hindeuten. Die Anleger hoffen, dass solche Signale die Fed zu baldigen Zinssenkungen bewegt. Die Währungshüter versuchen, mit hohen Zinsen die Inflation zu bekämpfen und den heiß gelaufenen Jobmarkt abzukühlen, ohne die Konjunktur in die Knie zu zwingen.

Blick auf Einzelwerte

Siemens: Während Siemens Energy tief in der Krise steckt, wächst der Stammkonzern wieder zu alter Größe und erhöht die Dividende. Der Gewinn nach Steuern verdoppelte sich nahezu auf den Rekordwert von 8,5 Milliarden Euro. Die Dividende wird von 4,25 auf 4,70 Euro je Aktie erhöht. Diese Nachrichten lassen die Siemens-Aktie um fünf Prozent steigen.

Hellofresh: Wegen eines schleppenden Geschäfts mit Fertiggerichten in den USA hat der Kochbox-Versender seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr zurückgeschraubt. Außerdem engte das Unternehmen seine Wachstumsziele ein.

Bei der Veröffentlichung der Geschäftszahlen vor etwa drei Wochen hatte der Konzern noch sämtliche Vorhersagen bekräftigt. Die Aktie rutscht um mehr als 22 Prozent ab.

BASF: Die Aktien geben nach einer Herabstufung etwa zwei Prozent nach. Die Analysten von Jefferies stuften die Titel auf „underperform“ von „hold“ herunter und senkten das Kursziel auf 39 von 42 Euro. Am Mittwoch waren die Papiere bei 45,04 Euro aus dem Handel gegangen.

Verwandte Themen
USA
Dax
Deutschland

Große Teile der energieintensiven europäischen Upstream-Produktion des Chemiekonzerns stünden vor strukturellen Herausforderungen, um Renditen zu erwirtschaften, hieß es zur Begründung bei Jefferies. Es seien wohl große Investments nötig, um die Produktionsbasis schrittweise umzukrempeln.

Ceconomy: Die Kursfantasie verfliegt schon wieder. Die Aktien fallen um bis zu 14 Prozent auf 2,06 Euro, nachdem sie am Mittwoch mehr als 16 Prozent zugelegt hatten.

Auslöser war ein Bericht des „Manager Magazin“ gewesen, wonach der chinesische Online-Riese JD.Com seine Fühler nach Ceconomy ausgestreckt haben soll. JD.Com wollte sich dazu nicht konkret äußern. Die Investmentgesellschaft der Gründerfamilie von Media Markt und Saturn, Convergenta, will sich einem Insider zufolge aktuell nicht von Anteilen am Mutterkonzern der Elektronikhandelsketten trennen.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt