Ranking: Das sind die größten Banken der Welt
Düsseldorf. Sie geben sich marktmächtig, verantwortungsvoll und stabil: Großbanken. Dass Missmanagement und risikoreiche Geschäfte an diesem Image Zweifel schüren, zeigen prominente Beispiele aus der Vergangenheit. So brachte zuletzt die Credit Suisse im März 2023 Europa an den Rand einer Bankenkrise. Die zweitgrößte Schweizer Bank war die erste systemrelevante seit der Finanzkrise 2008, die von staatlicher Seite gerettet werden musste – und schließlich vom heimischen Rivalen UBS übernommen wurde.
Entsprechend taucht die Credit Suisse auch nicht mehr in der Liste des Finanzstabilitätsrats (FSB) auf. Der FSB bewertet in seinem jährlich erscheinenden Bericht, wie systemrelevant verschiedene internationale Großbanken sind. Gelistet werden die Banken nicht nur nach ihrer Größe, sondern auch nach dem Risiko, das in ihren Geschäften lauert. Das Resultat: JP Morgan Chase ist die systemrelevanteste Bank der Welt.
Doch wo steht das US-Geldhaus in die Liste der größten Banken – gemessen an ihrer Bilanzsumme? Das renommierte S&P Global Market Intelligence Ranking listet die 100 größten Banken der Welt nach ihren Vermögenswerten zum Jahresende 2024. Ein Blick auf die Top Ten.
Platz 10: Mitsubishi UFJ Financial Group (Japan) – 2,63 Billionen US-Dollar
Die Mitsubishi UFJ (MUFJ) ist Japans größte Bank und machte eigenen Angaben zufolge im Geschäftsjahr 2024 einen Netto-Profit von 1,49 Billionen Yen. Das entspricht rund 10,3 Milliarden US-Dollar. Neben höheren Provisionseinnahmen aus Auslandskrediten trugen mitunter reduzierte Kreditkosten zum Gewinnwachstum von insgesamt 34 Prozent bei.
Platz 9: Crédit Agricole Group (Frankreich) – 2,69 Billionen US-Dollar
Auf dem neunten Platz im Ranking der größten Banken landet die französische Crédit Agricole Group. Laut dem jüngsten Quartalsbericht erzielte die Unternehmensgruppe in den ersten drei Monaten 2025 einen Nettogewinn von 2,17 Milliarden Euro, davon entfielen 1,82 Milliarden Euro auf die Crédit Agricole S.A. – das börsennotierte Zentralinstitut.
In den vergangenen Jahren hatte die Europäische Zentralbank (EZB) dem französischen Geldhaus mehrfach die Verletzung der Kapitalvorschriften vorgeworfen und entsprechende Geldstrafen verhängt.
Platz 8: BNP Paribas (Frankreich) – 2,81 Billionen US-Dollar
Bei der BNP Paribas aus Paris standen im vergangenen Jahr mehr als elf Milliarden Euro Gewinn unterm Strich, für das erste Quartal 2025 vermeldete das Geldinstitut einen Überschuss von knapp drei Milliarden Euro.
Die französische Großbank gilt als die größte Bank der Euro-Zone und baut mitunter ihr Geschäft mit vermögenden Privatkunden in Deutschland aus. So teilte der Konzern im vergangenen Jahr mit, den entsprechenden Geschäftsbereich von HSBC Deutschland zu übernehmen. Die Übernahme soll in der zweiten Jahreshälfte 2025 abgeschlossen sein.
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Platz 7: HSBC Holdings (Großbritannien) – 2,99 Billionen US-Dollar
Platz sieben im Ranking der größten Banken der Welt belegt die britische HSBC. Da die Netto-Zinseinnahmen mehr als die Hälfte der Gesamteinnahmen des Konzerns ausmachen, belasteten zuletzt die weltweit gesunkenen Leitzinsen das Kerngeschäft der Großbank.
So hatte die britische Großbank im Herbst vergangenen Jahres den größten Konzernumbau seit zehn Jahren verkündet. Begleitet von Desinvestitionen und Marktrückzügen will sich das Unternehmen künftig auf vier zentrale Geschäftsbereiche konzentrieren.
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Platz 6: Bank of America (USA) – 3,26 Billionen US-Dollar
Ein starkes Geschäft im Handel hat für hohe Erträge bei der Bank of America gesorgt, wie der jüngste Quartalsbericht der Großbank zeigt. So stieg der Überschuss in den ersten drei Monaten 2025 auf 7,4 Milliarden Dollar, verglichen mit 6,7 Milliarden Dollar im Vorjahr.
Anfang des Jahres hatte das Institut zudem bekanntgegeben, die Net-Zero Banking Alliance (NZBA) zu verlassen. Damit folgte die Großbank Unternehmen wie Wells Fargo und Goldman Sachs. Die NZBA hat sich zum Ziel gesetzt, die Kohlenstoffemissionen aus den Kredit- und Investmentportfolios ihrer Mitglieder bis 2050 auf Netto-Null zu reduzieren.
Platz 5: JP Morgan Chase (USA) – 4 Billionen US-Dollar
Die globalen Finanzstabilitätswächter des FSB sind sich einig: Der US-Finanzriese JP Morgan Chase hat die größte Bedeutung für das weltweite Finanzsystem. Das geht aus dem jährlichen Bericht des Finanzstabilitätsrats (FSB) hervor.
Der FSB stufte die größte Bank der USA erneut als einziges Institut in die Kategorie vier für global systemrelevante Geldhäuser ein. Das bedeutet: Die Großbank muss weiterhin einen zusätzlichen Kapitalpuffer von 2,5 Prozent vorhalten.
Gemessen an der Bilanzsumme schafft es die JP Morgan Chase jedoch lediglich auf den fünften Platz im Ranking der größten Geldhäuser der Welt.
Platz 4: Bank of China (China) – 4,8 Billionen US-Dollar
Platz vier im Ranking der größten Banken der Welt belegt die Bank of China. Aus dem ersten Quartalsbericht 2025 geht ein Gewinn von 54,4 Milliarden Yuan hervor, umgerechnet sind das etwa 7,6 Milliarden US-Dollar. Nach Angaben des Geldhauses entspricht das einem Rückgang von 2,9 Prozent im Vorjahresvergleich.
Ursachen sind ein gebremstes Wirtschaftswachstum und die seit Monaten anhaltende Immobilienkrise im Land. Um die Kreditvergabe an die chinesische Wirtschaft wieder anzukurbeln, hat das chinesische Finanzministerium zuletzt das Kernkapital der Großbank erhöht.
Platz 3: China Construction Bank (China) – 5,56 Billionen US-Dollar
Bronze im Ranking der größten Banken der Welt erhält die China Construction Bank (CCB). Für das Jahr 2024 gab sie einen Nettogewinn von umgerechnet 46,9 Milliarden US-Dollar bekannt. Zwar befindet sich die CCB damit nach wie vor auf Wachstumskurs, allerdings langsamer als zuvor. So steht ein Gewinnplus von 1,2 Prozent gegenüber 2,3 Prozent im Vorjahreszeitraum.
Platz 2: Agricultural Bank of China (China) – 5,92 Billionen US-Dollar
Wie die Bank of China gehört auch die Agricultural Bank of China zu den „Big Four“ des Bankensektors im Reich der Mitte. Mit einem Nettogewinn von 282,7 Milliarden Yuan – umgerechnet rund 39,5 Milliarden US-Dollar – schloss das staatliche Geldhaus das Jahr 2024 ab. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht das einem Plus von 4,7 Prozent.
Mit ihrer Systemrelevanz bleibt die Agricultural Bank of China laut FSB in der zweiten Kategorie. Damit muss sie einen zusätzlichen Eigenkapitalpuffer von 1,5 Prozent vorhalten.
Platz 1: Industrial and Commercial Bank of China (China) – 6,69 Billionen US-Dollar
Die größte Bank der Welt ist die Industrial and Commercial Bank of China – kurz ICBC. Mit Vermögenswerten von etwa 6,69 Billionen US-Dollar läuft keine andere Bank der Welt ihr den Rang ab. Laut Jahresbericht erzielte die staatliche Großbank 2024 einen Nettogewinn von 365,9 Milliarden Yuan, umgerechnet 51,1 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das ein Plus von 0,5 Prozent.
Deutsche Bank weit abgeschlagen auf Platz 28
Mit ihrer Bilanzsumme von 1,44 Billionen US-Dollar schafft es die Deutsche Bank nur auf Platz 28 der größten Banken der Welt. Zehn Jahre zuvor reihte sie sich noch unter die Top-Positionen. Nach Jahren der Krisen und des Abstiegs leitete der Konzern um Vorstandschef Christian Sewing 2019 ein umfassendes Sanierungsprogramm ein. Mit dem breitflächigen Verkauf des Aktienhandels und der Veräußerung hochspekulativer Finanzpapiere schrumpfte schließlich auch die Bilanzsumme. Dafür wurde das Geschäft der Großbank sicherer.
Die Bilanzsumme als Maßstab des Rankings
Die Bilanzsumme addiert Eigen- und Fremdkapital und stellt alle Vermögenswerte eines Unternehmens dar. Prinzipiell können Banken ihre Bilanzsumme leicht beeinflussen, indem sie mehr Schulden aufnehmen – und damit das Fremdkapital steigern. Die Kennzahl spiegelt daher nur bedingt die finanzielle Stabilität einer Institution wider. So haben etwa die US-Notenbank Fed sowie die EZB in der Vergangenheit mehrfach erklärt, ihre Bilanzsumme bewusst schmälern zu wollen.
Um die Stabilität der Finanzbranche zu verbessern, wird der Bankensektor reguliert. So wurde im Zuge der sogenannten Basel-Rahmenregelung mitunter eine Erhöhung des Eigenkapitals sowie eine maximale Verschuldungsquote für Großbanken vereinbart. Ob diese Regularien ausreichend sind und in den einzelnen Ländern angemessen umgesetzt werden, steht immer wieder zur Diskussion – zuletzt im Zuge der Hilfsmaßnahmen für die Silicon Valley Bank in den USA und die Credit Suisse in der Schweiz.
Dieser Artikel erschien bereits im Dezember 2023. Der Artikel wurde am 02.07.2025 erneut geprüft und mit leichten Anpassungen aktualisiert.