Longevity: Verwirklichen diese Start-ups den Traum der Unsterblichkeit?
Berlin. OpenAI-Chef Sam Altman hat 180 Millionen Dollar in das Langlebigkeits-Start-up Retro gesteckt. Er befindet sich mit diesem Investment in bester Gesellschaft. Milliardäre wie Jeff Bezos, Elon Musk und Peter Thiel und eben Altman sind alle an Start-ups beteiligt, die ihnen möglicherweise einmal den Traum vom langen und gesunden Leben erfüllen können.
Doch nicht nur die Tech-Elite begeistert sich für das Thema Langlebigkeit.
„Immer mehr Pharmafirmen investieren in die Altersforschung. Das hilft dem gesamten Sektor“, sagt Steven Leunert, Partner beim deutschen Biotech-Wagniskapitalgeber Apollo VC. Entsprechend entstehen immer mehr Firmen, die in diesem Forschungsfeld und damit verwandten Dienstleistungen Geschäftsmodelle entwickeln.
Im Folgenden eine Auswahl der vielversprechenden Start-ups.
Welche Biotech-Firmen fallen auf?
- Rejuveron
Das Schweizer Start-up hat im vergangenen Jahr eine der größten Finanzierungsrunden eines Longevity-Start-ups gestemmt und bei Investoren knapp 70 Millionen Euro eingesammelt. Die vom deutschen Investor Christian Angermayer mitgegründete Firma entwickelt Medikamente, die den Alterungsprozess verlangsamen sollen. Dabei geht Rejuveron immer gleich vor: Das Start-up investiert in Portfoliounternehmen, die an Antworten auf Krankheiten wie den altersbedingten Muskelverlust und Netzhautdegenerationen arbeiten. - Cambrian Bio
Das ebenfalls von Angermayer mitgegründete Biotech-Unternehmen arbeitet über seine verschiedenen Bestandsfirmen an Therapien zur Behandlung von altersbezogenen Krankheiten, den sogenannten Hallmarks of Aging. Aktuell befinden sich mehr als 20 Medikamente in der Pipeline von Cambrian. Darunter auch eine Arznei zur Bekämpfung von kardiometabolischen Erkrankungen, die bereits in der klinischen Entwicklung ist. Auch am derzeit wohl vielversprechendsten Wirkstoff, dem Zellwachstumshemmer Rapamycin, wird bei Cambrian geforscht. Damit ist das US-Start-up allerdings nichts allein. - Retro Bio
Das US-Start-up hat es zu seiner Mission gemacht, dass jeder Mensch zehn Jahre länger leben soll. Mithilfe der 180 Millionen Dollar von Altman will Retro Bio nun daran arbeiten, Zellen zu reprogrammieren und Zellreinigungsprozesse anzukurbeln. Ähnlich wie beim Anti-Aging-Start-up Altos Labs, in das Bezos investiert hat, ist auch bei Retro Bio wenig mehr bekannt.
Welche Lifestyle-Firmen fallen auf?
- Prenuvo
Wer seinen Körper bei Prenuvo per Magnetresonanz komplett scannen will, muss Zeit mitbringen. Nicht nur der Scan dauert mit einer Stunde relativ lange. Auch die Wartelisten sind so lang, dass es vielerorts erst in Monaten einen Termin gibt. Für 2500 Dollar bietet Prenuvo an, den gesamten Körper zu scannen, um möglichen Krebs, Aneurysmen oder auch einen Bandscheibenvorfall frühzeitig zu entdecken. Krankenversicherungen tragen davon nichts. Zu den Investoren des 2018 gegründeten Unternehmens aus Redwood in Kalifornien gehören Ex-Model Cindy Crawford, der ehemalige Google-Chairman Eric Schmidt und die 23AndMe-Mitgründerin Anne Wojcicki. Die Fans sind nicht weniger prominent: Kim Kardashian hat ihren 3,6 Millionen Instagram-Followern im August von der „lebensrettenden Maschine“ vorgeschwärmt. Die Fernsehmoderatorin Maria Menounos ließ das Magazin „People“ Magazin wissen, dass Prenuvo bei ihr Bauchspeicheldrüsenkrebs im zweiten Stadium entdeckt hat. - L-Nutra
Die Firma setzt auf Ernährung, damit Menschen gesünder älter werden können. Viel dreht sich dabei um die positiven Effekte des Fastens und darum, wie diese Effekte unterstützt werden können. Neben Salaten und Bowls hat L-Nutra Fitnessriegel im Angebot. Für den Ausbau des Geschäfts hat L-Nutra kürzlich mehr als 40 Millionen Euro erhalten, unter anderem von Brentwood Associates. - Aviv Clinics
Das israelische Start-up konzentriert sich auf die sogenannte hyperbare Sauerstofftherapie, bei der man reinen Sauerstoff einatmet, der das Zellwachstum und die Entstehung neuer Blutgefäße im Gehirn anregen soll. Das soll für mehr Vitalität sorgen. Inzwischen hat die Firma in mehreren Kliniken weltweit über 2000 Patienten behandelt. Krankenkassen übernehmen die Kosten dafür nicht.
Welche Chip-Firmen fallen auf?
- Neuralink
Das Neurotechnologie-Start-up des Tesla-Gründers Musk entwickelt Hirnimplantate, die Lähmungen und Blindheit heilen sollen. 2023 gab es grünes Licht für eine entsprechende klinische Studie. Interessenten können sich direkt bei der Firma melden, deren Wert inzwischen von der Nachrichtenagentur Reuters auf sieben Milliarden Dollar geschätzt wird. Auch Altman ist an Neuralink beteiligt. - Neurovalens
Die nordirische Firma arbeitet an nicht invasiven Mitteln zur Neurostimulation, um beispielsweise Krankheiten wie Diabetes, Schlaflosigkeit, posttraumatische Belastungsstörungen (PTSD) und Übergewicht zu behandeln. Dafür hat das Start-up tragbare Headsets entwickelt, die direkt über den Hirnstamm Neuronen im Hypothalamus stimulieren sollen. Implantate sind nicht nötig. Inzwischen laufen mehrere klinische Studien. - Dsruptive
Das spanische Start-up stellt äußert kleine injizierbare Implantate von der Größe eines Reiskorns her, die dabei helfen sollen, den menschlichen Körper leichter und präziser zu überwachen. Per App kann der Träger beispielsweise erfahren, wie hoch seine Körpertemperatur ist. Aktuell findet ein Betatest statt. Weitere Anwendungen sollen folgen.
Erstpublikation: 04.01.2024, 21:43 Uhr.