Handel: Metro will Aktionären wieder Dividende zahlen – Operativer Ertrag könnte weiter sinken
Düsseldorf. Der Chef des Großhandelskonzerns Metro, Steffen Greubel, will seinen Aktionären wieder eine Dividende auszahlen. Die Anteilseignern um Großaktionär Daniel Kretinsky, die im Geschäftsjahr 2021/22 noch ohne Ausschüttung auskommen mussten, sollen für das Geschäftsjahr 2022/23 (per Ende September) eine Dividende von 0,55 Euro je Aktie erhalten, teilte Metro am Mittwoch mit. Metro hatte im vergangenen Jahr den Umsatz in lokaler Währung um 5,6 Prozent steigern können, der bereinigte operative Ertrag (Ebitda) schrumpfte auf rund 1,2 (Vorjahr: 1,4) Milliarden Euro. Unter dem Strich schrieb Metro nach einem Verlust im Vorjahr einen Gewinn von 439 Millionen Euro.
Für das Geschäftsjahr 2023/24 rechnet Metro nun mit einem Umsatzplus zwischen drei und sieben Prozent. Für das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) stellte der Konzern eine Spanne in Aussicht – es könne um 100 Millionen Euro sinken oder um bis zu 50 Millionen Euro zulegen. Gründe für einen möglichen Rückgang seien unter anderem steigende Kosten sowie schleppende Geschäfte in Russland. Metro ist dort auch nach der russischen Invasion in der Ukraine weiter aktiv. Seine Wachstumsziele für 2030 bestätigte der Konzern.
Greubel will den einst weit verzweigten Konzern auf das Geschäft rund um den Großhandel mit zahlreichen Vertriebskanälen von Internet-Plattformen bis hin zur Belieferung konzentrieren und setzt dabei auf das Geschäft mit Gastronomen und Hoteliers. Er stärkt dabei den Vertrieb und die Belieferung der Kunden, wirft weniger attraktive Produkte aus dem Sortiment und will den Anteil von Eigenmarken deutlich ausbauen.
Metro verfügt über ein Netz von 625 Standorten und ist dabei auch in Russland aktiv. Dort verbuchte Metro im vergangenen Geschäftsjahr ein Umsatzminus von 13,6 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Der operative Ertrag gab in dem Land um 79 Millionen Euro nach.