Dax, MDax, SDax: Die Gewinner und Verlierer der Börsenwoche
Düsseldorf. Am deutschen Aktienmarkt hat es in der letzten Handelswoche des Jahres kaum noch Bewegung gegeben. Beim Leitindex Dax lagen zwischen Hoch- und Tiefpunkt weniger als 100 Punkte. Demensprechend wenig Bewegung gab es bei den Einzelwerten – mit wenigen Ausnahmen.
Auf Jahressicht gehört es mit einem Verlust von fast 50 Prozent zu den schwächsten Werten des Jahres 2023. Von dem Anfang Dezember erreichten Jahrestief von 63,90 Euro hat sich die Aktie allerdings deutlich entfernt. Das Jahr beendete sie bei 78,80 Euro. Analysten sehen von hier aus im Schnitt noch 17 Prozent Kurspotenzial, zeigen Daten des Finanzdienstes LSEG.
Allerdings haben sie ihre Ziele zuletzt deutlich gesenkt. Analystin Nizla Naizer von der Deutschen Bank hat beispielsweise ihr Kursziel Anfang Dezember von 130 auf 90 Euro reduziert. Der Medien- und Onlinesektor sei aus dem Gröbsten noch nicht heraus, schrieb sie in ihrer Analyse.
In der Woche zuvor hatte bereits Finn Kemper von Hauck Aufhäuser sein Kursziel von 98 auf 87 Euro gesenkt. Er kürzte seine Schätzungen für 2024 und 2025 in Erwartung nur gedämpfter Perspektiven am Jobmarkt. Von vier Experten, die laut LSEG das Unternehmen covern, rät derzeit niemand zum Kauf, sondern alle zum Halten.
Stratec-Aktie: Zweiter Erholungsversuch
Die Aktie hat ihr Jahrestief von 36 Euro bereits im Oktober erreicht. Ein erster Erholungsversuch scheiterte im November zunächst, sodass die Aktie erneut zurückfiel. Ein neues Tief bildete sie aber nicht aus, sodass nun der nächste Erholungsversuch läuft.
Aktuell notiert die Aktie bei 45,55 Euro. Analysten sehen von hier aus im Schnitt noch Luft bis auf 52 Euro. Sechs Empfehlungen zum Halten stehen drei Empfehlungen zum Kauf entgegen: Eine kommt vom Hauck-Aufhäuser-Experten Alexander Galitsa. Er hatte bereits Ende Oktober im Anschluss an die Quartalszahlen erklärt, dass er damit rechnet, dass Stratec allmählich zu einem strukturellen Wachstum zurückkehrt.
Er verwies dabei auf den intakten Markt für In-vitro-Diagnostika (IVD). Das sind Medizinprodukte, typischerweise Reagenzien, Kits oder Laborgeräte, mit denen Proben analysiert werden, die aus dem menschlichen Körper stammen.
Nordex und Siemens Energy: Verluste reduziert
Auch Aktien aus dem Bereich der erneuerbaren Energien konnten zum Jahresabschluss noch mal zulegen und ihre schlechte Bilanz etwas verbessern: Für Nordex und Siemens Energy ging es um jeweils mehr als fünf Prozent aufwärts.
Bei den größten Gewinnern und Verlierern auf Jahressicht gab es dagegen keine Verschiebungen mehr. Stärkster Performer im Jahr 2023 blieb die Online-Apotheke Redcare Pharmacy, die von der Einführung des elektronischen Rezepts in Deutschland profitierte: Der Aktienkurs hat sich in diesem Jahr fast verdreifacht. Analysten sehen das Kurspotenzial damit aber ausgereizt.
Größter Verlierer blieb die Adtran Holdings aus dem SDax. Der auch in Deutschland an der Börse notierte US-Glasfaserkonzern hatte in diesem Jahr wegen der Konjunkturflaute und einer geringeren Investitionsbereitschaft der Firmen ein Sparprogramm gestartet und die Dividende ausgesetzt.
Nachdem Analysten zum Jahresbeginn noch extrem optimistisch für Adtran waren, hat sich das geändert. Sie senkten ihr Kursziel im Schnitt von 29 auf nun 7,23 Euro. Damit sehen sie zum Jahresschlusskurs von 6,81 noch sechs Prozent Kurpotenzial.