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PharmaunternehmenBiontech spürt das Ende der Pandemie deutlich

Biontech verdient bisher nur mit seinen Corona-Impfstoffen Geld. Das muss sich ändern: Ab 2026 will das Unternehmen seine ersten Krebsmittel auf den Markt bringen.Theresa Rauffmann 11.01.2024 - 09:52 Uhr

Düsseldorf. Das Mainzer Unternehmen Biontech, das vor allem durch seinen Corona-Impfstoff bekannt wurde, plant 2024 mit rund drei Milliarden Euro Umsatz. Ab 2025 soll der Umsatz dann wieder wachsen. Das gab Firmenchef Ugur Sahin am Dienstag auf einer Branchenkonferenz in San Francisco bekannt. 

2024 soll das „Jahr der Umsetzung“ bei Biontech werden, verspricht Sahin. Mindestens zehn potenziell zulassungsrelevante Studien will das Unternehmen starten. 2026 sollen dann die ersten Krebsmittel von Biontech auf den Markt kommen.

Bisher macht Biontech seinen gesamten Umsatz mit den Corona-Impfstoffen, die das Unternehmen gemeinsam mit dem US-Pharmaunternehmen Pfizer entwickelt hat. Weniger Menschen lassen sich impfen, das belastet die Geschäfte des Unternehmens.

Ende der Corona-Pandemie belastet Biontech und Pfizer

Im dritten Quartal 2023 setzte Biontech nur noch etwa 895 Millionen Euro um – im Vorjahresquartal hatte der Umsatz bei rund 3,46 Milliarden Euro gelegen. Auch der Gewinn ist von 1,78 Milliarden Euro auf 160,6 Millionen Euro geschrumpft. Zahlen für das Gesamtjahr liegen noch nicht vor. Schon im November hatte Biontech den Ausblick für den Gesamtumsatz 2023 von fünf auf vier Milliarden Euro gesenkt.

Auch Biontechs US-Partner Pfizer und Konkurrent Moderna spüren das Ende der Pandemie, beide machten im dritten Quartal 2023 Verluste. Pfizer schrieb Milliarden auf seine Lagerbestände ab, Moderna senkte im Herbst einen Umsatzausblick von sechs bis acht Milliarden Dollar auf „mindestens sechs Milliarden Dollar“, erreichte dann aber nach eigenen Angaben 2023 dennoch rund 6,7 Milliarden Dollar Umsatz.

Für 2024 rechnet Moderna ähnlich wie Biontech mit vier Milliarden Dollar Umsatz. Allerdings wären das nicht die reinen Covidumsätze. Moderna will in diesem Jahr seinen Impfstoff gegen das RSV-Virus auf den Markt bringen – eine Atemwegserkrankung, die aktuell vor allem Kinder trifft. 2025 soll Modernas Impfstoff gegen Hautkrebs auf den Markt kommen, „wenn die Behörden sich für eine beschleunigte Zulassung entscheiden sollten“, wie Moderna-Chef Stéphane Bancel im Handelsblatt-Interview sagte.

Biontech hat bereits neue Medikamente in der Pipeline

Auch Biontech will neue Medikamente auf den Markt bringen: Das Unternehmen arbeitet an mehreren Mitteln gegen Infektionskrankheiten wie Grippe oder Malaria und an diversen Krebsmedikamenten. 

Einige der Krebsmittel beruhen auf der sogenannten mRNA-Technologie, auf der auch der Corona-Impfstoff Comirnaty basiert. Parallel entwickelt Biontech aber auch Zelltherapien gegen Krebs und arbeitet mit sogenannten Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten, mit denen gezielt Tumore angegriffen werden sollen.

„Wir machen wichtige Fortschritte beim Aufbau eines globalen Immuntherapie-Unternehmens“, sagte Firmenchef und -gründer Sahin. Die Zahl der Krebsmittel im mittleren und späten Entwicklungsstadium habe das Unternehmen im vergangenen Jahr „deutlich“ ausgebaut.

Im vergangenen Jahr kamen sechs neue klinische Programme in der Onkologie dazu, derzeit sind elf klinische Studien zu Krebsmitteln in der zweiten oder dritten Phase. Bis Ende 2025 will das Unternehmen kommerzielle Kapazitäten aufbauen, „um auf die Markteinführung von Krebsmedikamenten in mehreren Ländern vorbereitet zu sein“.

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Erstpublikation: 09.01.2024, 13:22 Uhr.

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