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DSGVSparkassen-Präsident Reuter: „Die Rezession ist hartnäckig“

Der neue DSGV-Chef hofft auf ein stärkeres zweites Quartal. Aktuell beobachtet Ulrich Reuter Unsicherheit bei Firmen und Verbrauchern sowie weniger Kreditnachfrage. 24.01.2024 - 11:11 Uhr

Berlin. Die Sparkassen hoffen ab Frühjahr auf bessere Zeiten für die Konjunktur in Deutschland. „Die Rezession ist hartnäckig, es gibt noch viel Unsicherheit bei Firmen und Verbrauchern“, sagte der neue Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), Ulrich Reuter, der Nachrichtenagentur Reuters. „Wir setzen auf das zweite Quartal“, so Reuter.

Dann dürfte sich die Konjunktur allmählich erholen. In diesem Jahr werde der private Konsum Haupttreiber der wirtschaftlichen Entwicklung sein. „Die Stimmung beginnt sich aufzuhellen, das kann die Binnennachfrage im Jahresverlauf ankurbeln“, sagte Reuter am Rande einer Wirtschaftskonferenz der „Welt“ in Berlin.

Der ehemalige bayerische Sparkassenpräsident ist seit Anfang Januar für die nächsten sechs Jahre Cheflobbyist für die Interessen der bundesweit rund 350 Sparkassen. Der frühere Deutsche Bank-Manager und langjährige Aschaffenburger Landrat ist als DSGV-Chef Nachfolger von Helmut Schleweis.

Die deutsche Wirtschaft war Ende 2023 um 0,3 Prozent geschrumpft. Sollte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im laufenden ersten Quartal erneut und damit zum zweiten Mal in Folge sinken, wäre Deutschland nach einer Faustregel von Fachleuten in einer vorübergehenden technischen Rezession.

Das Ifo-Institut kappte bereits seine Wachstumsprognose für 2024 wegen des Sparkurses der Bundesregierung. Das BIP werde voraussichtlich nur um 0,7 Prozent steigen, erklärten die Münchner Forscher. Noch Mitte Dezember waren sie von plus 0,9 Prozent ausgegangen. Einige Experten erwarten sogar, dass die Wirtschaft auch im laufenden Jahr schrumpft.

Weniger Nachfrage nach Krediten

Reuter zeigte sich zuversichtlich, dass die Ampel-Koalition letztlich auch dazu beitragen könnte, die Konjunktur anzukurbeln. „Wir erwarten Rückenwind von der Politik – durch wirtschaftspolitische Entscheidungen, die den Unternehmen bürokratische Lasten nehmen und mehr Planungssicherheit geben.“

Die Flaute geht derweil nicht am Geschäft der Finanzbranche vorbei. „Auch die Sparkassen spüren eine gewisse Zurückhaltung bei der Kreditnachfrage“, räumte Reuter ein. „Ursache sind in erster Linie Unsicherheit über die weitere Entwicklung und die nach wie vor zu hohe Inflation.“

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Mit rückläufiger Teuerungsrate und in Erwartung sinkender Zinsen werde sich diese Situation allerdings wieder entspannen, betonte der DSGV-Präsident. Die Inflation lag im Jahresschnitt 2023 noch bei 5,9 Prozent. In diesem Jahr könnte die Teuerung nach Einschätzung der Regierungsberater vom Berliner DIW-Instituts auf rund 2,4 Prozent zurückgehen.

rtr
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