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KommentarWarum auch die Sparkassen höhere Zinsen zahlen sollten

Die meisten Sparkassen und Volksbanken speisen ihre Kunden mit einem Mini-Tagesgeldzins ab – oder gar keinem. Dabei könnten sie locker mehr bieten.Elisabeth Atzler 25.01.2024 - 14:46 Uhr
Die meisten Sparkassen bleiben mit ihren Tages- und Festgeldangeboten weit hinter Onlinebanken zurück. Foto: dpa

Längst übertrumpfen sich Onlinebanken und Finanz-Start-ups mit immer neuen Zinssteigerungen bei Tagesgeld und Festgeld. Und sie ziehen Milliarden an Einlagen an. Etwa vier Prozent gibt es bei einigen Anbietern auf Tagesgeld.

Das meiste Geld liegt auf dem Girokonto

Das passt nicht zu ihrem Anspruch, Anwalt des Sparers zu sein. Und die Sparkassen und Volksbanken hätten ihren seit Jahren treuen Kunden zumindest etwas höhere Zinsen zahlen sollen. Aus mehreren Gründen: 

Erstens haben Sparkassen und Volksbanken im Jahr 2023 wahrscheinlich bestens verdient. So viel, dass sie Geld in die Rücklagen stecken, an Träger sowie Eigentümer ausschütten können – und höhere Zinsen bieten könnten.

Zweitens können Banken auch mit verzinsten Einlagen Geld verdienen. Sie selbst erhalten für Einlagen, die sie bei der Europäischen Zentralbank parken, mittlerweile vier Prozent.

Drittens sind mehr als 60 Prozent der Sichteinlagen privater Haushalte und Selbstständiger auf dem Girokonto geparkt – traditionell ohne Zins. Bei etwas höheren Tagesgeldzinsen würden wahrscheinlich einige Kunden einen Teil ihrer Einlagen ins Tagesgeld umschichten, aber mehr auch nicht.

Sparkassen haben einen besonderen Auftrag

Für die öffentlich-rechtlich organisierten Sparkassen gilt viertens noch etwas: Sie sind besondere Banken. Ihr Auftrag ist es, den „Sparsinn“ zu fördern und Zugang zur „sicheren und verzinslichen Anlegung von Ersparnissen und anderen Geldern zu geben“, wie es in Sparkassengesetzen heißt.

Das muss nicht allein durch Tages- oder Festgeld passieren, aber besser so als durch Zinsanleihen, die die Sparkassen massenhaft verkauft haben.

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Erstpublikation: 23.01.2024, 16:06 Uhr.

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