Rüstung: Mit diesem Schutzschild will sich Europa vor Raketen und Drohnen schützen
München, Düsseldorf. Die Attacke kam praktisch aus dem Nichts. Vier Menschen starben in der Nacht zum 07.02., als russische Raketen in ein Hochhaus in Kiew einschlugen. Das ist Alltag in einem Krieg, der zunehmend mit Raketen und Drohnen geführt wird – nicht nur in der Ukraine. Die Hamas greift Israel mit Raketen an, die Huthi-Rebellen nehmen zivile Schiffe im Roten Meer unter Beschuss.
Grund genug für deutsche Militärs, Alarm zu schlagen. „Wir haben aktuell nichts, um uns gegen Drohnenschwärme zu wehren“, betonte Heeresgeneralinspekteur Alfons Mais Mitte Januar vor der „Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik“ in Bonn. Im Ernstfall müsse die Bundeswehr mit allem, was sie habe, in die Luft schießen, um eine Wirkung zu entfalten. „Uns brennt der Kittel“, warnte der deutsche Spitzenmilitär.
Mit Hochdruck arbeiten Militärs und Industrie an Lösungen. Die wichtigste heißt ESSI („European Sky Shield Initiative“). Dem von Deutschland im Oktober 2022 angekündigten Raketenschirm sind mittlerweile 19 europäische Staaten beigetreten. „Die Nachfrage, vor allem aus Osteuropa, ist angesichts der russischen Bedrohung sehr hoch“, sagt Hensoldt-Chef Thomas Müller dem Handelsblatt. „Wir bauen die Kapazitäten an Radaren für die Luftverteidigung so schnell wie möglich aus.“