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BundeswehrPatria-Panzer könnte Fuchs-Panzer von Rheinmetall ersetzen

Der finnische Rüstungskonzern Patria könnte die Bundeswehr mit Transportpanzern ausstatten. Rheinmetall galt als Favorit für die Kooperation, doch die Gespräche sind geplatzt.Roman Tyborski 23.02.2024 - 16:45 Uhr
6x6-Panzer: Das finnische Unternehmen Patria wird den Panzer zusammen mit zwei deutschen Rüstungsfirmen produzieren. Foto: imago images/Scanpix

Düsseldorf. Der finnische Rüstungskonzern Patria hat eine Kooperationsvereinbarung mit zwei deutschen Rüstungsunternehmen für den Bau des Transportpanzerns 6x6 unterzeichnet. Patria wird den 6x6 zusammen mit Defence Service Logistics (DSL), das zur deutsch-französischen KNDS Group gehört, und der Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft (FFG) in Deutschland produzieren.

Die Entscheidung, mit DSL und FFG zusammenzuarbeiten, ist durchaus überraschend. Im Vorfeld wurde spekuliert, dass unter anderem Rheinmetall den 6x6 für Patria bauen könnte. „Wir waren in umfangreichen Verhandlungen mit Rheinmetall über die Möglichkeit, den 6x6 auch in Werken von Rheinmetall zu produzieren“, sagte Patria-Manager Hugo Vanbockryck dem Handelsblatt. „Leider konnten wir uns aber nicht darüber einigen, welche Rolle die jeweiligen Unternehmen in einer Zusammenarbeit spielen sollten.“

Der 6x6 von Patria wird aller Voraussicht nach den Fuchs-Transportpanzer von Rheinmetall bei der Bundeswehr ersetzen. Zwar wurde der Auftrag noch nicht offiziell erteilt. Patria erfüllt mit der Produktion in Deutschland aber eine Bedingung Deutschlands für den Erwerb des 6x6 für die Bundeswehr.

Laut Rüstungskreisen Auftrag über 1000 Panzer

Patria plant, 90 Prozent der Panzer für Deutschland zusammen mit DSL und FFG hierzulande zu produzieren. In Rüstungskreisen ist von einem Auftragsvolumen von bis zu 1000 Einheiten die Rede. Aktuell hat die Bundeswehr mehr als 800 Fuchs-Transportpanzer im Bestand, die ersetzt werden müssen.

Im Gespräch mit dem Handelsblatt hatte Rheinmetall-Chef Armin Papperger zuletzt angedeutet, dass er die Bundeswehr gerne auch mit dem Nachfolger Fuchs 2 ausgestattet hätte. Doch mit dem Beitritt Deutschlands in das finnisch geführte „CAVS-Programm“ (Common Armoured Vehicle System) für 6x6-Radtransportpanzer im April vergangenen Jahres hatte sich abgezeichnet, dass die Entscheidung für den 6x6 von Patria fallen werde.

Ein Panzer vom Typ Fuchs wird in der Fertigungshalle von Rheinmetall produziert. Foto: dpa

Rheinmetall dagegen hat mit Algerien einen Abnehmer für den Fuchs 2 gefunden. Anfang Februar wurde bekannt, dass das nordafrikanische Land weitere Fuchs-2-Panzer bestellt habe. Insgesamt umfasst der Auftrag 980 Fuchs-2-Fahrzeuge, die mit Komponenten aus Deutschland in einer Panzerfabrik im Süden Algeriens zusammengesetzt werden. 

Erste Panzer könnten Mitte 2025 ausgeliefert werden

Neben Deutschland setzen auch die Streitkräfte Finnlands, Schwedens und Lettlands auf den Transportpanzer des finnischen Rüstungsunternehmens. Laut Vanbockryck könnte bereits Mitte 2025 der erste Panzer an Deutschland geliefert werden. Der erste komplett in Deutschland produzierte 6x6 werde voraussichtlich Anfang 2026 vom Band laufen können. Ab 2027 rechnet Patria mit dem kompletten Hochlauf der Produktion in Deutschland in Kooperation mit DSL und FFG.

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„Wir gehen davon aus, dass wir nach dem Hochfahren der Produktion in Deutschland mindestens 100 Einheiten des 6x6 pro Jahr produzieren können“, so der Patria-Manager. „Sollte die Nachfrage noch höher ausfallen, können wir den jährlichen Output mit den vorhandenen Partnern sicherlich noch verdoppeln.“

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Die in Deutschland produzierten 6x6 werden zunächst ausschließlich die Nachfrage aus Deutschland bedienen. Patria befindet sich eigenen Angaben zufolge aber in Verhandlungen mit weiteren Ländern, die den 6x6 auch ohne eigene lokale Produktion abnehmen würden. „Diese Nachfrage könnten wir mit unseren künftigen Produktionskapazitäten in Deutschland bedienen“, sagte Vanbockryck.

Erstpublikation: 15.02.2024, 08:29 Uhr.

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