Telekommunikation: KI-Phones könnten die Machtverhältnisse in der Tech-Branche umgestalten
Barcelona. Wie interagieren wir künftig mit unseren Smartphones: Nutzen wir weiter unsere Finger – oder wäre es einfacher, wenn wir mit dem Telefon sprechen könnten, als wäre es unser privater Sekretär?
Jerry Yue glaubt, dass die Zeit des sprechenden Assistenten gekommen ist. Mit seinem Start-up Brain Technologies hat er dafür eine auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierende Software entwickelt, die er vergangenen Sommer bei der Deutschen Telekom in Bonn vorstellen.
Der Unternehmer brauchte nicht lange, um den Vorstand um Timotheus Höttges vom, wie Yue ihn nennt, sprechenden Freund zu überzeugen. Auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona stellten Höttges und Yue nun stolz einen mit dem Chiphersteller Qualcomm entwickelten Prototypen vor: ein Smartphone „ohne Apps“, was das kaum bekannte Eigenmodell T-Phone ablösen soll.
Telekom-Manager Sean Seaton sieht bereits „eine neue Ära des Smartphones“ beginnen. Und die ist nötig. Der Markt ist in den vergangenen zwei Jahren geschrumpft, und angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage in vielen Ländern dürfte die Nachfrage in den kommenden Monaten höchstens marginal wachsen.