Sozialstaat: Arbeitgeber warnen vor massivem Anstieg der Sozialbeiträge
Berlin. Ohne grundsätzliche Reformen spätestens in der kommenden Legislaturperiode droht eine Überforderung der Beitragszahler zur Sozialversicherung. Denn bliebe alles beim Alten, werde der Gesamtbeitragssatz für die Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung bis zum Jahr 2050 von heute rund 40,9 Prozent auf mehr als 50 Prozent ansteigen, heißt es in einem neuen Gutachten im Auftrag des Verbands Die jungen Unternehmer.
Die Folge könnte „eine einseitige Aufkündigung des Generationenvertrags durch die junge Generation sein“, warnte der Ökonom Christian Hagist von der WHU – Otto Beisheim School of Management. Das heißt, Arbeitnehmer könnten in andere Länder abwandern, wo die Abgaben- und Steuerbelastung geringer ist, oder sich in Schwarzarbeit flüchten.
Auch für die Arbeitgeber, die rund die Hälfte der Sozialabgaben tragen, ist eine Belastungsgrenze erreicht. Man erlebe bereits einen „Trend zu Desinvestitionen“ in Deutschland, sagte der Bundesvorsitzende der Jungen Unternehmer, Thomas Hoppe, bei der Vorstellung der Studie.
Zu glauben, dass die Bürger sich bei Sozialbeiträgen von 50 Prozent noch zum Arbeiten motivieren ließen, sei „total absurd“, betonte auch der Aalener Gesundheitsökonomen Stefan Fetzer, der die Expertise gemeinsam mit Hagist erstellt hat.