1. Startseite
  2. Meinung
  3. Kommentare
  4. Kommentar: Douglas hat sich an die Börse gequält

KommentarDouglas hat sich an die Börse gequält

Statt in Wachstum zu investieren, muss die Parfümeriekette vor allem Schulden finanzieren. Solche Makel werden auf dem Börsenparkett hart bestraft.Hannah Krolle 21.03.2024 - 15:37 Uhr aktualisiert
Douglas-Chef Sander van der Laan (l.) und Finanzchef Mark Langer: Die Aktie floppte zum Börsencomeback. Foto: dpa

Die Börse ist wählerisch, das hat das enttäuschende Börsendebüt von Europas größter Parfümeriekette einmal mehr gezeigt. Die Erstnotiz von 25,50 Euro am Donnerstag liegt tiefer als der Ausgabepreis – und im Handelsverlauf gab die Aktie weiter nach. Und das, obwohl sich Douglas mit 26 Euro nur am unteren Ende der angebotenen Preisspanne an den Markt getraut hatte. Ergo: Douglas hat sich an die Börse gequält.

Wieso kam es zu dem Flop? Sicher ist die Lage an den IPO-Märkten nicht einfach. Nur wenige Firmen wagten im vergangenen Jahr den Sprung aufs Börsenparkett. Aber Douglas hat die Misere selbst zu  verantworten.

3,8 Milliarden Euro Schulden lasten auf dem Unternehmen. Mit den Einnahmen aus dem IPO in Höhe von 850 Millionen Euro plus frischem Eigenkapital will die Parfümeriekette diese Schulden auf 2,08 Milliarden Euro verringern.

Statt in Wachstum und Zukunft zu investieren, muss sich Douglas mit Altlasten der Vergangenheit beschäftigen. Das ist alles andere als eine gute Story für die Börse.

Dabei hätte es so schön sein können, das „Projekt Tulpe“, wie Douglas den Börsengang intern bezeichnet. „Make Life More Beautiful“ heißt es auf den großen Werbetafeln, die den Börsensaal schmücken – dazu Angestellte in türkisfarbenen T-Shirts, ausgestattet mit Börsenglöckchen, verleihen dem sonst eher kargen Saal Farbe und Wärme.

Auch Douglas’ Geschäftszahlen sind nicht übel. Der Umsatz wuchs im ersten Quartal um acht Prozent auf 1,56 Milliarden Euro, der Jahresüberschuss verbesserte sich sogar um 10,6 Prozent auf 125,2 Millionen Euro. „Unser Plan ist es, mittelfristig den Umsatz durchschnittlich um rund sieben Prozent pro Jahr zu steigern“, versprach Unternehmenschef Sander van der Laan den Aktionären. 200 Geschäfte will er netto neu eröffnen und den Fokus auf das Premiumsegment schärfen.

Kein Gradmesser für Börsengänge

Verwandte Themen
Einzelhandel
Börse

All das hat nicht geholfen. Als Indiz für die weiteren Börsengänge, die in diesem Jahr anstehen, muss man das nicht werten. Douglas’ Schulden sind das Problem, nicht das Umfeld. Analysten rechnen mit bis zu zwölf Debüts in den nächsten Monaten.

Hinzu kommt ein weiterer Faktor: Die Aktien des französischen Luxusherstellers Kering, zu dem Marken wie Gucci, Yves Saint Laurent und Balenciaga gehören, brachen in dieser Woche so stark ein wie seit 1992 nicht mehr. Grund waren Umsatzwarnungen in der Region Asien-Pazifik. Auch die Titel von LVMH (Louis Vuitton, Dior) verloren. Mit Douglas hat das nicht direkt etwas zu tun. Doch solche Negativnachrichten schaden auch den Düsseldorfern.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt