Halbleiter: Die Gewinner und Verlierer im Chip-Streit der Supermächte
München. Weniger Chips für China: An diesem Donnerstag treten die neuesten Ausfuhrregeln der USA für Halbleiter in Kraft. In einem 166 Seiten umfassenden Dokument erläutert die Regierung, welche Produkte von nun an nicht mehr in die Volksrepublik exportiert werden dürfen. Bislang waren es vor allem die Chips selbst, die unter die Kontrollen fielen. Nun sind auch Geräte betroffen, in die sie eingebaut werden, zum Beispiel Computer.
Es ist die jüngste Runde im Chipstreit der Supermächte. Erst Ende März war bekannt geworden, dass die Führung in Peking Prozessoren von US-Herstellern endgültig aus den Rechnern und Servern von Regierungsbehörden verbannen will. Außerdem wurden Hersteller von Elektroautos angewiesen, mehr einheimische Halbleiter zu ordern.
Die Flut an gegenseitigen Strafmaßnahmen trifft immer mehr Chipfirmen. Einige müssen sich große Sorgen machen, andere profitieren eher. Doch wer gewinnt konkret – und wer ist in Gefahr? Eine Übersicht:
Verlierer: Die europäischen Chipkonzerne Infineon und STMicroelectronics
Die chinesische Regierung drängt einheimische Hersteller von Elektroautos, mehr als bisher üblich bei lokalen Chipherstellern einzukaufen. Als die Nachrichtenagentur Bloomberg kürzlich über die Initiative berichtete, sackte der Aktienkurs des Münchener Halbleiterproduzenten Infineon um knapp fünf Prozent ab.