ETF: Warum machen wir es uns beim Anlegen so schwer?
München. Das Auf und Ab an der Börse beschäftigt Anleger, seitdem es die Märkte gibt, und genauso lange versuchen sie, den richtigen Zeitpunkt zum Ein- und Aussteigen zu erwischen. Steffen Meyer, Finanzwissenschaftler von der dänischen Universität Aarhus, erklärt, welche Probleme das mit sich bringt, und zeigt, wie Anleger am besten mit ETFs umgehen.
Herr Meyer, viele Privatanleger haben einen Dax-ETF in ihrem Depot, schaffen damit aber trotzdem nicht die gleiche Rendite. Warum ist das so?
Sie kennen sicher die alte Börsenweisheit „Hin und her macht Taschen leer“. Die meisten Menschen, die in ETFs anlegen, machen genau das. Sie versuchen, den Markt zu timen, verkaufen immer wieder, um dann wieder einzusteigen. Die Gefahr, hierbei die besten Tage zu verpassen, ist riesig.
Das heißt also: kaufen und halten. Warum tun wir uns beim Anlegen so schwer?
Wir Menschen sind Meister darin, Strukturen in etwas zu erkennen, wo es gar keine gibt. Wenn ich irgendwann einmal den richtigen Riecher gehabt habe und zum richtigen Zeitpunkt bei Aktien oder einer einzelnen Aktie ein- oder ausgestiegen bin, ziehe ich daraus den Schluss, dass ich das wiederholen kann, wenn die gleichen Voraussetzungen gegeben sind, die es bei meinem erfolgreichen Versuch gab. Das ist auch ein möglicher Grund, warum es die technische Analyse gibt.