Dow Jones, S&P, Nasdaq: US-Börsen schließen trotz starker Bilanzen unentschlossen
New York. Die Wall Street hat ihre anfänglichen Gewinne nach starken Konzernzahlen nahezu vollständig wieder abgebaut. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss am Mittwoch 0,1 Prozent tiefer auf 38.460 Punkten. Der technologielastige Nasdaq rückte dagegen 0,1 Prozent auf 15.712 Punkte vor. Der breit gefasste S&P 500 schloss kaum verändert bei 5071 Punkten.
„Die Anleger werden etwas vorsichtiger, obwohl die Konzernbilanzen immer noch ziemlich stark zu sein scheinen“, sagte Brian Nick, Chefstratege beim Finanzdienstleister The Macro Institute. „Es ist nicht so, dass dem Aktienmarkt der Boden unter den Füßen weggezogen wird, aber es könnte sein, dass die Anleger zunehmend mehr Möglichkeiten in den verschiedenen Anlageklassen sehen.“
Im Rampenlicht bei den Einzelwerten standen unter anderem die Halbleiterhersteller. Die Titel von Texas Instruments legten um 5,6 Prozent zu, nachdem der Spezialist für Analog-Chips eine optimistische Prognose für das zweite Quartal abgegeben hatte. Die Papiere anderer Chipkonzerne wie Arm rückten in ihrem Kielwasser um knapp vier Prozent vor.
„Die großen Unternehmen bleiben auf Kurs und können im Großen und Ganzen mit ihren Quartalsbilanzen überzeugen“, sagte Konstantin Oldenburger, Analyst vom Broker CMC Markets. „Und die, die wie Tesla damit derzeit nicht punkten können, vertrösten die Anleger mit visionären und gleichzeitig vagen Versprechungen auf die Zukunft.“
Das Unternehmen um Elon Musk hat günstigere neue Modelle für kommendes Jahr versprochen und kann damit bei Anlegern trotz eines Gewinneinbruchs punkten. Die Aktie des E-Autobauers sprang um mehr als zwölf Prozent in die Höhe.
Musk nannte am Dienstag keine Details, um welche Elektro-Fahrzeuge es sich handelt und wie viele neue Modelle auf den Markt kommen. Die Autos nutzten „Aspekte“ der bestehenden und weiterentwickelten Plattformen und würden auf den bereits existierenden Produktionslinien gebaut. Damit könne Tesla seine Investitionen in „unsicheren Zeiten“ besser unter Kontrolle halten.
Blick auf Einzelwerte
Boeing: Der Flugzeughersteller meldet im ersten Quartal zwar einen Verlust von 1,13 US-Dollar pro Aktie, Analysten hatten zuvor aber mit einem noch größeren Defizit gerechnet. Boeings Aktienkurs sank dennoch um 2,87 Prozent.
Airbnb: Die Bank Mizuho hat das Papier des Online-Portals für die Vermietung von Ferienwohnungen von „neutral“ auf „buy“ hochgestuft. Die Airbnb-Aktie stieg um 1,17 Prozent.
Visa: Die Aktie des Zahlungsdienstleisters stieg um 0,33 Prozent. Visas Umsatz und Gewinn im ersten Quartal hatten die Erwartungen von Analysten übertroffen.
Biogen: Auch der Arzneimittelhersteller mehr Gewinn eingefahren als Analysten erwartet hatten. Biogens Aktienkurs stieg um 4,56 Prozent.
Humana: Das Unternehmen zog seine Prognose für 2025 zurück und drückte damit die Aktie um 3,6 Prozent ins Minus. Humana will einen neuen Ausblick geben, sobald es mehr Klarheit über die künftigen Erstattungssätze der US-Regierung habe. Das Unternehmen hatte bereits im Januar seine Gewinnprognose für das kommende Jahr von 37 Dollar pro Aktie auf 22 bis 26 Dollar gesenkt.
Enphase Energy: Enttäuschende Umsatzaussichten setzten der Aktie des US-Solarunternehmens zu. Die Papiere des Anbieters von Spannungswandlern und Batteriespeichern für die Solarstromerzeugung gaben 5,5 Prozent nach. Die Titel von Rivalen wie SunPower und Sunrun verloren in ihrem Sog rund ein und 2,4 Prozent.
Enphase prognostizierte nach einem überraschend schwachen Bericht für die ersten Monate 2024 einen Umsatz von 290 bis 330 Millionen Dollar im zweiten Quartal. Analysten waren nach LSEG-Daten von 337,2 Millionen Dollar ausgegangen. Steigende Lagerbestände in Europa, eine Reform der Stromzähler in Kalifornien und die hohen Zinsen der US-Notenbank Fed hätten die Nachfrage nach den Produkten des Unternehmens gedämpft.