Rohstoffe: Extreme Preisausschläge bei Kakao und Kaffee verunsichern die Händler
Frankfurt. Der Preis, zu dem Kakao an der New Yorker Rohstoffbörse gehandelt wird, schwankt zurzeit in einem nie zuvor gesehenen Maße. Nachdem der Preis Mitte April auf ein Rekordhoch von über 11.000 Dollar pro Tonne gestiegen war, stürzte die Notierung danach zeitweise regelrecht ab – erholte sich aber kurz darauf wieder. Dann, nach einer für die Kakaoproduktion positiven Wettervorhersage, brach der Preis für Kakaoterminkontrakte erneut ein, und zwar um bis zu 19 Prozent. Das war der größte Preissturz seit Beginn der Aufzeichnungen vor mehr als 60 Jahren.
Diese Preisschwankungen lassen selbst erfahrene Marktbeobachter wie den Bloomberg-Rohstoffexperten Javier Blas verwundert zurück. Seit 1959 habe es bei Kakao nur in sechs Fällen Preisschwankungen von mehr als zehn Prozent an einem Tag gegeben, schreibt er auf der Plattform X, vormals Twitter. „Drei dieser Fälle fanden in diesem Monat statt.“
Kakao ist nicht der einzige Nahrungsrohstoff, dessen Preise verrücktspielen. Auch die Preise für die Kaffeesorte Robusta erreichten im April den höchsten Stand seit 45 Jahren, gaben aber kurz darauf wieder stark nach. Nach der Rekordjagd bei Kakao hatten Hedgefonds damit begonnen, auch auf dem Kaffeemarkt auf steigende Preise zu wetten.
Experten rechnen nun damit, dass diese starken Preisschwankungen bei Kakao und Kaffee anhalten könnten. Das hat mit der besonderen Beschaffenheit dieser beiden Märkte zu tun.