Migration: Einwanderungspolitik gefährdet britischen Bildungs- und Forschungsstandort
London. Die restriktive Einwanderungspolitik der konservativen Regierung in London wird für Großbritannien zu einem Standortproblem. Mehrere internationale Konzerne haben in einem Brandbrief an Premierminister Rishi Sunak vor einer Finanzkrise bei englischen Universitäten durch einen starken Rückgang von Bewerbern aus dem Ausland gewarnt.
Nach einem Bericht der Wirtschaftszeitung „Financial Times“ hätten sich unter anderem die Rohstoffkonzerne Anglo American und Rio Tinto sowie auch Siemens „tief besorgt“ über die Folgen der Einwanderungsbeschränkungen geäußert.
Am Anfang der Woche hatten bereits die britische Großbank HSBC sowie die internationalen Beratungsagenturen Deloitte und KPMG Jobangebote für ausländische Bewerber zurückgezogen, weil die Regierung in London das Mindesteinkommen für Facharbeitervisa deutlich auf 38.700 Pfund (mehr als 45.000 Euro) erhöht hat. Bewerber unter 26 Jahren müssen mindestens einen Jahresverdienst von 30.960 Pfund nachweisen.
Die Proteste aus der Wirtschaft kommen kurz nachdem das unabhängige Migration Advisory Committee (MAC) möglichen Missbrauch der bisherigen Visa-Regelung für Studenten aus dem Ausland untersucht hatte.
Studenten können bis zu zwei Jahre nach ihrem Abschluss an einer britischen Universität im Königreich bleiben und arbeiten, ohne ein neues Visum beantragen zu müssen.