Online-Portal: Gesundheitsminister Lauterbach lässt Klinik-Atlas aktualisieren
Düsseldorf. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) aktualisiert den bundesweiten Klinik-Atlas, in dem Patientinnen und Patienten online eine passende Klinik für ihre Erkrankung finden können. Zuletzt hatte sich die Deutsche Krankenhausgesellschaft an die Öffentlichkeit gewandt, um auf veraltete und teilweise falsche Angaben in dem Portal hinzuweisen.
Das BMG teilte dem Handelsblatt nun auf Anfrage mit, noch an diesem Freitag Korrekturen vorzunehmen.
Der Bundes-Klinik-Atlas soll die Qualität von Kliniken anhand verschiedener Kriterien vergleichbar machen. Vor rund einer Woche hatte Gesundheitsminister Karl Lauterbach die Website vorgestellt.
Aufgeführt wird zum Beispiel, wie oft bestimmte medizinische Eingriffe in einer Klinik durchgeführt werden und ob die Klinik für einen bestimmten Bereich zertifiziert ist. Auch Angaben zur Personalausstattung wie Facharzt- und Pflegeschlüssel werden gezeigt. Komplikationsraten geben Auskunft über mögliche Risiken.
Umstritten war von Anfang an die Einteilung der Kliniken in verschiedene Leistungsstufen, die im Rahmen der Krankenhausreform das Leistungsspektrum der Kliniken abbilden sollen.
Kritik am Klinik-Atlas: Falsche Daten könnten Patienten in die Irre führen
In den vergangenen Tagen ist das Portal jedoch zunehmend in die Kritik geraten – obwohl es erst am 17. Mai online gestartet ist. Die DKG hat sich an diesem Freitag gegen Mittag an die Presse gewandt: Die Daten des Klinik-Atlas seien veraltet und teilweise falsch, das Portal könne Patientinnen und Patienten daher in die Irre führen.
Das ursprüngliche Versprechen, Transparenz in die Krankenhauslandschaft zu bringen, werde so nicht eingehalten, betonte die DKG und forderte das Ministerium in der Mitteilung auf, die Fehler zu korrigieren.
Als Beispiele für irreführende Informationen über die Qualität der Kliniken nennt die Interessenvertretung falsche Angaben zu Fallzahlen und Behandlungsschwerpunkten. Die DKG warnt vor den Folgen dieser Fehlinformationen für die Patientinnen und Patienten und deren Vertrauen in Gesundheitsinformationen. Als Alternative empfiehlt die Interessenvertretung ihr eigenes Krankenhausverzeichnis.
Bundesgesundheitsminister Lauterbach bestätigte an diesem Freitag auf einer Pressekonferenz, dass ähnliche Kritik wie die der DKG eingegangen sei und nun behoben werde. Ein Update mit korrigierten Daten soll veröffentlicht werden. Konkret sei ein Datensatz ausgetauscht worden, um Missverständnisse bei der Bewertung von Kliniken auszuräumen.
Klinik-Atlas soll sich kontinuierlich verbessern
Das BMG verweist zudem auf ein Kontaktformular, über das Korrekturen gemeldet werden können, um schnell reagieren und die Daten verbessern zu können. „Das tun wir kontinuierlich, sodass die Daten regelmäßig besser werden“, teilt das BMG mit. Auch die Suchfunktionen würden angepasst, erklärte Lauterbach auf der Pressekonferenz.
„Zum Teil haben aber auch die Kliniken selbst falsche Angaben in den Qualitätsberichten oder im Krankenhausverzeichnis gemacht“, heißt es weiter vom BMG. Der Aufforderung vom April, die eigenen Daten im bundesweiten Krankenhausverzeichnis zu aktualisieren, sei nur ein gutes Dutzend Kliniken nachgekommen.
Geänderte Daten würden zudem umgehend eingepflegt. Trotz der Kritik spricht der Minister von einer deutlichen Verbesserung: „Grundsätzlich gibt der Bundes-Klinik-Atlas Informationen, die es in diesem Detailgrad schon jetzt nirgendwo anders gibt. Sie können ganz genau für einzelne Prozeduren nachlesen, welche Kliniken das machen, wie häufig und wer darauf spezialisiert ist.“
Er weist auch darauf hin, dass der Klinik-Atlas ein lernendes System ist, das immer besser wird.