Leadership: Eine Frage der Macht – wie wir wieder Lust auf Führung kriegen
Alle reden von Transformation. Es ist ein abstraktes und technisches Wort, kein Wunder, kommt es doch aus dem Lateinischen. Übersetzt heißt es so viel wie „umformen“ oder „verwandeln“, was harmlos anmutet. So wie Change. Man passt im Unternehmen hier oder da ein bisschen was an. Ein Ziel, ein Prozess, ein Projekt.
Aber der Eindruck trügt. „Wenn wir von Transformation sprechen, ist in der Regel die komplette Organisation infrage gestellt“, sagt Herbert Dreier, der seit mehr als 25 Jahren als Berater und Coach in Deutschlands Topmanagement unterwegs ist. Und momentan ist es eher schwer, ein Unternehmen zu finden, das nicht von Transformation spricht.
Damit diese einschneidenden Veränderungen zumindest eine Chance auf Gelingen haben, braucht es Menschen, die sie vorantreiben. Menschen, die sich, ihr Team und das Unternehmen im Umbruch führen, die Risiken eingehen und entscheiden. Doch kaum jemand will noch Chef oder Chefin in Deutschlands Unternehmen werden.
Bei einer repräsentativen Umfrage der „Initiative Chef:innensache“ unter mehr als 1000 Beschäftigten und Studierenden im Mai dieses Jahres kam heraus, dass nur etwa ein Viertel der Befragten im Laufe ihrer Karriere eine Führungsposition übernehmen möchten. Das sind so wenige wie noch nie seit dem Start der Umfrage 2018. Bei den Frauen sind es sogar nur rund 20 Prozent.