SMA, Solaredge, Fronius: Warum der Solarbranche die nächste Krise droht
Düsseldorf. Not macht erfinderisch: SMA Solar, ein Unternehmen aus der Nähe von Kassel, versucht, seine Kunden mit finanziellen Anreizen zu locken. Beim Kauf eines Wechselrichters, eines Geräts zur Umwandlung von Gleichstrom in Wechselstrom, verspricht das Unternehmen, bis zu 400 Euro zu erstatten. Andere Hersteller setzen auf ähnliche Cashback-Aktionen, um ihre Produkte attraktiver zu machen.
Obwohl die Nachfrage nach Solaranlagen boomt, stapeln sich die wichtigen Spezialgeräte in den Hallen der Händler und Hersteller. Für die Produzenten wird das zu einem immer größer werdenden Problem. Erst vor wenigen Tagen musste Europas Marktführer SMA Solar eine Gewinnwarnung rausgeben.
Die Aktie gab daraufhin zeitweise um mehr als 30 Prozent nach. Als Begründung für die Senkung der Prognose nannte das Unternehmen die Verunsicherung durch den Rechtsruck bei der Europawahl mit Blick auf den Green Deal und eine insgesamt schwächere Nachfrage. Brancheninsider halten das für vorgeschoben.
„SMA leidet, wie die anderen europäischen Hersteller auch, unter der billigen Konkurrenz aus China – mehr nicht“, sagt ein führender Manager gegenüber dem Handelsblatt. Einen Rückgang der Nachfrage gebe es nicht, höchstens ein langsameres Wachstum. „Damit, dass sich der Markt nach dem Boom so schnell wieder abkühlt, hat keiner gerechnet“ und manch einer habe sich einfach verzockt.
Das bestätigen auch Händler, Installateure und andere Hersteller. Der Bundesverband der deutschen Solarwirtschaft rechnet für dieses Jahr insgesamt sogar mit einem zweistelligen Plus. Trotzdem drohen die Solarkonzerne in einen ruinösen Preiskampf zu geraten.