Grünheide: Tonaufnahme enthüllt interne Machtkämpfe im Betriebsrat von Tesla
Düsseldorf. Die IG Metall stört nur bei der Arbeit, findet Teslas Betriebsratschefin Michaela Schmitz. „Ich versuche mal, es charmant auszudrücken“, sagte Schmitz bei einer Betriebsversammlung am Donnerstag vor einer Woche im Werk Grünheide. „Wir haben hier leider Mitglieder im Betriebsrat, die sich eher instrumentalisieren lassen von der Gewerkschaft von außen. Und die hier versuchen, auf dem Weg die Interessen der Gewerkschaft durchzusetzen. Am Ende hält uns das natürlich davon ab, hier wieder geile Ergebnisse für euch zu erreichen.“
Schmitz’ Worte sind auf einem Mitschnitt festgehalten, der dem Handelsblatt vorliegt. Die Mitarbeiter in Grünheide wählten im März einen neuen Betriebsrat. Die IG Metall gewann die meisten Sitze, aber nicht die Mehrheit. Schmitz blieb im Amt. Der Betriebsrat sei von einem Lagerkampf gelähmt, kritisierte sie. Dabei gebe es viel zu tun – und kaum Fortschritte.
Schmitz hatte ihre Rede kaum begonnen, als sie schon einen Aufruf startete: „Ich möchte jetzt alle Betriebsratsmitglieder auf die Bühne bitten, die sich heute vor der Belegschaft dazu bekennen, gemeinsam mit mir als Vorsitzende hier wieder als Betriebsrat tätig zu werden und sich auf die wesentlichen Themen zu fokussieren.“