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Armin PappergerAttentat auf Rheinmetall-Chef vereitelt

Der Rüstungskonzern Rheinmetall beliefert die Ukraine mit Waffen. Russland plante daher einen Anschlag auf den Konzernchef, erfuhr das Handelsblatt aus Sicherheitskreisen.Timm Seckel, Martin Murphy, Roman Tyborski 11.07.2024 - 20:21 Uhr aktualisiert
Armin Papperger leitet den Rüstungskonzern Rheinmetall. Foto: Henning Kaiser/dpa

Düsseldorf, Berlin. Russland hat nach Angaben aus Sicherheitskreisen ein Attentat auf Rheinmetall-Chef Armin Papperger vorbereitet. Nach Hinweisen aus den USA hätten deutsche Behörden dieses bereits vor einiger Zeit vereitelt, wie das Handelsblatt aus den Kreisen erfahren hat.

Zuvor hatte der US-Sender CNN über den Vorfall berichtet. Die Sicherheitsvorkehrungen für den Vorstandsvorsitzenden wurden nach dem Vorfall deutlich erhöht.

Rheinmetall ist der größte deutsche Rüstungskonzern und daher zentral für die Belieferung der Ukraine mit Munition, gepanzerten Fahrzeugen und militärischem Gerät. Wegen dieser Bedeutung sei der Manager in das Visier der Russen geraten, wie es hieß. Laut CNN soll Moskau Anschläge auf mehrere Rüstungs-Spitzenmanager geplant haben. Die Vorbereitungen für einen Angriff auf Papperger sollen besonders weit fortgeschritten gewesen sein.

Strikteste Sicherheitsvorkehrungen für Papperger

Ein Rheinmetall-Sprecher äußerte sich zu dem Bedrohungsszenario nicht. Das Unternehmen ergreife alle erdenklichen Maßnahmen, um die Sicherheit der Beschäftigten zu gewährleisten, hieß es. Papperger gilt inzwischen als Person mit den striktesten Sicherheitsvorkehrungen in der deutschen Wirtschaft.

Die Zentrale des Unternehmens in Düsseldorf wird seit einiger Zeit von schwer bewaffneten Polizisten bewacht. Unbekannte hatten erst im April einen Brandanschlag auf eine Gartenlaube in Pappergers Anwesen in Niedersachsen verübt. Die Ermittlungen dazu laufen, es wird auch geprüft, ob ein Bekennerschreiben von Linksextremisten authentisch ist.

Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) bestätigte die Meldung indirekt, indem sie sagte, das sei das, was die Regierung in den vergangenen Monaten immer deutlicher kommuniziert hätte. Russland führe einen hybriden Angriffskrieg. „Wir haben gesehen, dass es Anschläge auf Menschen auf europäischem Staatsgebiet gegeben hat, auf Fabriken. Das unterstreicht erneut, dass wir uns gemeinsam als Europäer bestmöglich schützen müssen“, sagte Baerbock. Die Außenministerin ist aktuell auf dem Nato-Gipfel in Washington.

Außenministerin Annalena Baerbock in Washington. Foto: Kay Nietfeld/dpa

Eine Welt in Unsicherheit, bedroht und angegriffen von Diktatoren wie Wladimir Putin, zwingt westliche Demokratien dazu, sich nach Dekaden der Abrüstung wieder mit Panzern, Kampfjets, Schiffen, Raketen und Munition einzudecken. So sind die weltweiten Verteidigungsausgaben 2023 um zehn Prozent auf mehr als 2,3 Billionen US-Dollar gestiegen. Rheinmetall profitiert von dieser Entwicklung wie kaum ein anderes Unternehmen in Europa.

Armin Papperger steht seit 2013 an der Spitze des Rüstungskonzerns. Der 61-Jährige bekräftigte zuletzt regelmäßig, dass Rheinmetall die Waffenproduktion in Europa ausbauen will. Das Unternehmen ist vor allem als Lieferant von Artilleriemunition und Panzern entscheidend für den Krieg in der Ukraine.

Künftig soll die Ukraine nicht mehr nur Empfänger von Lieferungen sein, sondern sich mithilfe von Rheinmetall selbst versorgen können. So plant der Konzern eine Fertigung von Schützenpanzern vom Typ Lynx sowie eine Produktion von Munition in der Ukraine.

Vertreter der Nato warnten in den vergangenen Monaten mehrfach vor Sabotageakten Russlands in Europa, mit denen das Regime die Unterstützung für die Ukraine behindern will. Im Fokus stehen neben Werken der Rüstungsindustrie die Transportwege, über die die Ukraine mit militärischen Gütern versorgt wird.

Das russische Regime setzt Bedrohungen wie Cyberangriffe, Desinformation, Spionage und Sabotage ein.
Sprecher des Innenministeriums

Nach Angaben von Vertretern aus den Sicherheitsbehörden legt Russland seine Skrupel zunehmend ab. Verfassungsschutz-Präsident Thomas Haldenwang hat bereits mehrfach eindringlich vor Sabotageaktionen der Russen auf deutsche Einrichtungen gewarnt.

Die Bundesregierung nehme die Bedrohungen durch das russische Regime insgesamt sehr ernst, sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Donnerstagabend. „Unsere Sicherheitsbehörden sind sehr wachsam und handeln entsprechend, in enger Zusammenarbeit mit unseren internationalen Partnern.“ Die Bundesregierung werde sich durch die russischen Bedrohungen nicht einschüchtern lassen. „Wir werden weiter alles daransetzen, mögliche Bedrohungen in Deutschland zu unterbinden.“

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Die russischen Bedrohungen zielten vor allem darauf ab, die Unterstützung Deutschlands und seiner Partner für die Ukraine in ihrem Verteidigungskampf gegen den russischen Angriffskrieg zu unterminieren. „Das russische Regime setzt Bedrohungen wie Cyberangriffe, Desinformation, Spionage und Sabotage ein“, sagte er. Im April habe die deutsche Spionageabwehr etwa mögliche Sabotageakte verhindert, die auf die militärische Unterstützung für die Ukraine zielten.

Mit Material von Nachrichtenagenturen

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