Bosch: Konzern meldet größte Übernahme seiner Geschichte
Stuttgart, Düsseldorf. Der Technologiekonzern Bosch will sich breiter aufstellen – und nimmt dabei so viel Geld für eine Übernahme in die Hand wie noch nie zuvor in der Unternehmensgeschichte. Die Schwaben zahlen insgesamt rund acht Milliarden Dollar, umgerechnet 7,4 Milliarden Euro, um das eigene Geschäft mit Wärmepumpen und Klimageräten auszubauen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.
Bosch übernimmt zum einen das Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnikgeschäft für Gebäude des US-Konzerns Johnson Controls für 6,7 Milliarden Dollar. Der Rest ist für eine Gemeinschaftsfirma von Johnson und dem japanischen Konzern Hitachi, die vor allem Klimaanlagen herstellt, fällig.
Die Verträge seien bereits unterzeichnet, betonte Bosch-Vizechef Christian Fischer, der sich im Konzern vornehmlich um Übernahmen kümmert. „Wir erwarten keine Probleme bei der Kartellprüfung, aber sie braucht Zeit", sagte Fischer.
Bosch-Chef Hartung treibt „Strategie 2030“ voran
Bosch strebt an, den Deal innerhalb von zwölf Monaten abzuschließen. Das Unternehmen wurde bei der Transaktion von Perella Weinberg als Finanzberater unterstützt, Sullivan Cromwell ist als Rechtsberater aktiv.
„Wir erzielen mit dem Zukauf weltweit eine führende Marktposition im zukunftsträchtigen Heizungs-, Lüftungs- und Klimatisierungsmarkt“, sagte Bosch-Chef Stefan Hartung. Unter dem Dach des Geschäftsbereichs Home Comfort Group – bis 2023 Bosch Thermotechnik – entstehe ein Unternehmen mit 26.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von neun Milliarden Euro.