Venezuela: Maduro als Wahlsieger – Wie bleibt er seit Jahren an der Macht?
Salvador. Sechs Wochen lang reiste Nicolás Maduro im Wahlkampf durchs Land. Er tanzte Rumba, umarmte Kinder und verteilte Orden. Als Höhepunkt seiner Auftritte simulierte der 1,90 Meter große Mann ein Stagediving. Dabei trug er einen blau-gelb-roten Trainingsanzug – in den Farben der venezolanischen Nationalflagge – sprintete los und tat so, als wolle er sich von der Bühne in die Masse stürzen.
Trotz der aufwendigen Inszenierung gelang es seinem PR-Team nicht immer, die angespannten und nervösen Blicke seiner vermeintlichen Fans zu verbergen, wenn sie dem autoritären Staatschef gegenüberstanden. Auch in den sozialen Medien gab es zahlreiche negative Kommentare unter Maduros Veröffentlichungen.
Die Reaktionen zeigen: Nach elf Jahren im Amt kann sich Maduro – anders als sein Vorgänger und Ziehvater Hugo Chávez – nicht mehr auf sein Charisma und seine Popularität verlassen. Viele Beobachter spekulieren, dass das Wahlergebnis gefälscht wurde.
Nicolás Maduro erklärt sich zum Sieger der Präsidentschaftswahl
Der Nationale Wahlrat (CNE) teilte am Montag nach langer Verzögerung mit, nach Auszählung von 80 Prozent der Stimmen komme Maduro auf 51 Prozent. Der Oppositionskandidat Edmundo González erreiche 44 Prozent. Die Opposition wie auch andere Staaten erkennen das Ergebnis nicht an.