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Flughafen FrankfurtLufthansa verlangt Schadenersatz von Klimaaktivisten

Mitglieder der Gruppe „Letzte Generation“ hatten am Donnerstag für Hunderte Flugausfälle gesorgt. Nun fordert die Lufthansa Schadensersatz – wohl deutlich mehr als bei früheren Aktionen. 29.07.2024 - 11:58 Uhr
Lufthansa-Flugzeug in Frankfurt:. Mehrere Demonstranten waren am Donnerstag auf das Gelände eingedrungen und hatten sich festgeklebt. Foto: Arne Dedert/dpa

Berlin. Die Lufthansa wird Schadenersatz von Klima-Aktivisten der Gruppe „Letzte Generation“ fordern, die am Donnerstagmorgen den Betrieb des Frankfurter Flughafens für einige Stunden lahmgelegt hatten. Dies berichtet die „Bild am Sonntag“. Laut einem Lufthansa-Sprecher werde die genaue Schadenssumme zurzeit ermittelt. Sie werde deutlich höher ausfallen als vorherige Schadenersatzforderungen an die sogenannten Klimakleber.

Für die Rollfeld-Besetzungen der Flughäfen in Hamburg, Düsseldorf und Berlin hatte die Lufthansa dem Bericht zufolge Schadensersatzforderungen in Höhe von 740.000 Euro an die Aktivisten gestellt.

Laut Bundespolizei waren am Donnerstag mehrere Aktivisten am frühen Morgen in das Gelände des Frankfurter Flughafens eingedrungen und hatten sich im Sicherheitsbereich festgeklebt. Der Betrieb wurde daraufhin eingestellt. Von rund 1400 Flugbewegungen fielen bis zum frühen Abend 270 Flüge an Deutschlands größtem Flughafen aus

Debatte über Sicherheit an Flughäfen

Die Aktion hatte eine breite Debatte über mangelnde Sicherheit deutscher Flughäfen ausgelöst. „Die Flughafenbetreiber müssen mehr zum Schutz ihrer Anlagen tun, dazu stehen wir mit den Unternehmen im engen Austausch“, sagte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) am Donnerstag. Im Bundesinnenministerium hieß es, dass der aktuelle Schutzstandard der Flughäfen als nicht ausreichend angesehen werde. Die Widerstandsfähigkeit der Zaunanlagen sollte erhöht und mit modernen Signal- und Videoanlagen ergänzt werden.

„Wir müssen alles tun, dass Fremde, dass Aktivisten, dass Terroristen überhaupt gar keinen Zugang zu unseren Flughäfen bekommen“, sagte der hessische Innenminister Roman Poseck (CDU).

Politiker von Union und SPD forderten zudem ein härteres Vorgehen gegen Gruppen wie die „Letzte Generation“. „Diese Aktionen sind gefährlich, dumm und kriminell“, erklärte Innenministerin Faeser auf der Plattform X. „Wer Landebahnen blockiert, riskiert nicht nur sein eigenes Leben, sondern gefährdet auch andere und schadet allen Reisenden.“ Ähnlich äußerte sich Verkehrsminister Volker Wissing (FDP).

Die Aktion ist Teil von internationalen Klima-Protesten in Deutschland, den USA, Großbritannien, Österreich, den Niederlanden, der Schweiz, Kanada, Schweden, Finnland, Spanien und Norwegen. Die „Letzte Generation“ hatte am Mittwoch angekündigt, ihre Proteste in den nächsten Wochen fortzusetzen.

Faeser kündigt härtere Strafen an

Die britische Polizei hatte Ende Juni die Festnahme von 27 Klimaaktivisten bekanntgegeben, denen vorgeworfen wird, in den Sommerferien Störungen von Flughäfen geplant zu haben. Die Verdächtigen gehören der Protestgruppe „Just Stop Oil“ an.

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Faeser kündigte eine härtere Bestrafung solcher Blockaden an. „Wir haben empfindliche Freiheitsstrafen vorgeschlagen“, betonte die Ministerin mit Blick auf die geplante Verschärfung des Luftsicherheitsgesetzes. Der Flughafenverband ADV unterstützte die Regierungspläne. Die Strafbarkeitslücken bei der Verfolgung von Eindringlingen müssten geschlossen werden. Auch die Lufthansa forderte „harte und schnelle Strafen sowie verstärkte polizeiliche Präventionsmaßnahmen“.

Erstpublikation: 28.07.2024, 10:13 Uhr.

rtr, dpa
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