Dokumentation: Am UKE gibt’s den Arztbrief jetzt per Knopfdruck
Berlin. Arztbriefe auf Knopfdruck – zu schön, um wahr zu sein? Nicht am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Nach einer fünfwöchigen Testphase ist dort Argo im Live-Betrieb, ein KI-Sprachmodell, das Arztbriefe verfasst.
Argo wurde von der eigens dafür gegründeten gemeinnützigen UKE-Tochtergesellschaft „Innovative Digitale Medizin“ (IDM) entwickelt. Die Köpfe dahinter sind ihre Geschäftsführer Nils Schweingruber und Julius Obergassel. Beide sind Ärzte und waren zuvor am UKE tätig.
Die Idee für Argo entstand im Klinikalltag. „Durchschnittlich etwa zehn Stunden pro Woche verbringen Ärztinnen und Ärzte mit dem Schreiben von Arztbriefen“, sagt Nils Schweingruber, „Zeit, die an anderer Stelle besser genutzt werden könnte.“ Etwa für Patientengespräche. Oder für die eigene Weiterbildung.
Täglich drei Stunden dokumentieren
Erst kürzlich veröffentlichte die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) eine Erhebung, laut der Ärzte und Pflegekräfte täglich etwa drei Stunden dokumentieren müssen. Würden sie dafür nur eine Stunde weniger am Tag brauchen, würde dies rund 21.600 Ärzte und etwa 47.000 Pflegekräfte freisetzen, rechnet die DKG vor. In Vollzeit.