Dax: Warum das deutsche Wahldebakel die Märkte kalt lässt
Frankfurt. Der Ausgang der Wahlen in Thüringen und Sachsen kam nicht unerwartet. Dennoch sind auch Kommentatoren, die Finanzmärkte beobachten, erschüttert. „Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik wird eine rechtsradikale Partei stärkste Kraft auf Landesebene“, meint zum Beispiel DZ-Bank-Chefvolkswirt Michael Holstein mit Blick auf den 32,8-prozentigen Stimmenanteil der Alternative für Deutschland (AfD) in Thüringen.
Auch in Sachsen ist die AfD stark – mit 30,6 Prozent landete sie nur knapp hinter der CDU auf dem zweiten Platz. Und das erst im Januar gegründete extrem linke Bündnis BSW errang in beiden Bundesländern die drittmeisten Stimmen.
Joachim Schallmayer, leitender Kapitalmarktstratege der Dekabank, ordnet das so ein: „Insgesamt wird das politische Umfeld zunehmend von den Rändern des Parteienspektrums dominiert.“ Und dies gelte eben nicht nur für Deutschland, sondern auch für Frankreich.
Anders als der französische Leitindex CAC 40 nach der Parlamentswahl steht der Dax aber nicht unter Druck. Im Gegenteil: Am Montag verlor Deutschlands Leitindex in der Spitze gerade mal 0,7 Prozent, holte diesen Verlust aber rasch wieder auf. Der Dax steht nach wie vor kurz vor dem Sprung über die Marke von 19.000 Punkten, nachdem er am Freitag in der Spitze bereits bis auf 18.971 Zähler geklettert war.