Landtagswahlen: Ampel am Abgrund – Übersteht die Koalition das Wahldebakel?
Berlin. Christian Lindner wünscht seinen Parteifreunden „starke Nerven“. So endet eine interne Nachricht des FDP-Vorsitzenden an die Präsidiums- und Bundesvorstandsmitglieder, die am Montagvormittag zusammenkamen, um über das Wahldebakel in Sachsen und Thüringen zu beraten. Lindner musste eine harte parteiinterne Abrechnung fürchten.
Die Landtagswahlen in den beiden ostdeutschen Ländern sind für die leidgeprüfte Ampelkoalition ein neuer Tiefpunkt. Nur noch auf 13,3 Prozent kommen SPD, Grüne und FDP zusammengerechnet in Sachsen. In Thüringen stimmte gar nur noch jeder zehnte Wähler für eine der Ampelparteien. Ein Desaster, eine Abrechnung.
In beiden Ländern musste jede der drei Parteien Verluste hinnehmen, für die FDP aber war es besonders bitter. In Sachsen landeten die Liberalen mit 0,9 Prozent noch hinter der Tierschutzpartei und den rechtsextremen Freien Sachsen. In Thüringen sieht es mit 1,1 Prozent nicht nennenswert besser aus.
In der Parteiführung hatte man zwar mit Verlusten gerechnet, aber dass das Ergebnis so katastrophal ausfallen würde, schürt erhebliche Unruhe. Ziehen die Liberalen nun doch die Notbremse und verlassen die Ampelkoalition? Werden personelle Konsequenzen gefordert?