Galliumnitrid: Infineon will Halbleiter günstiger herstellen
München. Infineon rechnet mit einem kräftigen Schub für sein Geschäft mit Stromsparchips: Der Dax-Konzern hat ein Verfahren entwickelt, mit dem sich Halbleiter aus dem innovativen Material Galliumnitrid (GaN) künftig deutlich günstiger als bislang herstellen lassen. Das teilten die Münchener an diesem Mittwoch mit.
Als erster Anbieter weltweit habe Infineon GaN-Chips auf 300 Millimeter großen Scheiben, sogenannten Wafern, in der Serienproduktion gefertigt. Auf diese Wafer passen Infineon zufolge 2,3-mal mehr Halbleiter als auf die bislang üblichen Scheiben mit 200 Millimeter Durchmesser. Die Bauelemente dürften daher in Zukunft wesentlich billiger werden. Für die Kunden werde es damit attraktiver, Halbleiter aus GaN statt des bislang vorherrschenden Siliziums einzusetzen.
Infineon verspricht sich dadurch eine führende Position in einem stark wachsenden Markt. So rechnen die Experten des Marktforschers Yole damit, dass sich das Geschäft mit Leistungshalbleitern aus GaN annähernd verzehnfacht: von 260 Millionen Dollar im vergangenen Jahr auf 2,5 Milliarden Dollar im Jahr 2029.
Infineon zahlte 830 Millionen Dollar für 200 Beschäftigte
GaN-Chips sind eine der Wachstumshoffnungen der Halbleiter-Industrie. Sie werden wegen des Booms der Künstlichen Intelligenz immer wichtiger. GaN-Bauteile reduzieren den Marktforschern von Omdia zufolge die Energieverluste in Rechenzentren, indem sie innerhalb der Stromversorgung der Netzwerkrechner effizienter arbeiten. Dies verringere den Energiebedarf der sogenannten Server. Ein wichtiger Nebeneffekt: Die Computer müssen weniger gekühlt werden.