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Morning BriefingWie Peking jetzt den Ukraine-Krieg entscheiden könnte

Christian Rickens 29.08.2024 - 06:27 Uhr Artikel anhören
Handelsblatt Morning Briefing

China am Zug: Analyst zeigt Weg zum Waffenstillstand in der Ukraine

29.08.2024
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Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

Andreas Umland, Analyst am Stockholmer Zentrum für Osteuropastudien, äußert in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt eine mutige Hoffnung: Die Offensive der Ukraine im Raum Kursk könnte das Fenster zu einem für beide Seiten akzeptablen Waffenstillstand öffnen. Am Ende könnte ein Tausch des ukrainisch besetzten russischen Territoriums gegen russisch besetzte Gebiete in der Ukraine stehen.

Derzeit lehnt Wladimir Putin Verhandlungen mit der Ukraine zwar ab. Doch Umland setzt auf Druck durch die großen Schwellenländer, allen voran China:

„Russland ist wirtschaftlich und technologisch in hohem Maße auf ausländische Unterstützung angewiesen. Einige der für Russland ökonomisch oder politisch wichtigen Länder wie China, Indien oder Brasilien könnten innen- und außenpolitische Interessen haben, die einen möglichst baldigen Frieden begünstigen.“

Wie die chinesische Führung unter Parteichef Xi Jinping auf die ukrainische Offensive reagieren werde: Das sei in den kommenden Wochen „die Millionen-Dollar-Frage“.

Russland und China haben in den vergangenen Jahren gute Beziehungen gepflegt. Foto: via REUTERS

Eine Summe, die ich in diesem Zusammenhang für deutlich untertrieben halte.

Telegram-Gründer Pawel Durow ist nach seiner Festnahme in Frankreich unter Auflagen freigekommen. Gegen Durow sei ein Ermittlungsverfahren unter anderem wegen des Verdachts der unzureichenden Kooperation mit Behörden bei Kriminalitätsermittlungen und Beihilfe zu Straftaten eingeleitet worden, teilte die Pariser Staatsanwaltschaft mit. Durow sei gegen die Zahlung einer Kaution von fünf Millionen Euro auf freien Fuß gesetzt worden, dürfe Frankreich aber nicht verlassen.

Wenige Tage vor der Wahl in Thüringen spitzt sich der Streit zwischen AfD und Unternehmensverbänden zu. Auslöser war eine Wahlkampfrede des Thüringer AfD-Spitzenkandidaten Björn Höcke. Er bezeichnete darin die Kampagne „Made in Germany – Made by Vielfalt“ der Familienunternehmer als „pure Heuchelei“. Thüringens AfD-Chef empfahl diesen Unternehmen „einfach mal die Klappe zu halten, wenn es um Politik geht“ und wünschte ihnen „schwere, schwere wirtschaftliche Turbulenzen“.

Björn Höcke sorgt mit einer Wahlkampfrede für heftige Kritik. Foto: dpa

Am Dienstag legte Höcke auf Telegram nach: „Diese Unternehmen fliehen vor Bürokratie, Steuerlast und Energiepreisexplosion und bekämpfen mit der AfD die einzige mittelstandsfreundliche Alternative zum Altparteienkartell, die die Deindustrialisierung Deutschlands stoppen würde.“

Der Hauptgeschäftsführer des Verbands der Wirtschaft Thüringens (VWT), Matthias Kreft, kontert nun im Handelsblatt:„ Das ist ein Zeichen, dass die AfD einen autoritären Führungsanspruch gegen die Wirtschaft zu formulieren versucht nach dem Motto: Nur die AfD diktiert die Bedingungen, unter denen Wirtschaft zu agieren und zu funktionieren hat.“

Ähnlich hatte sich bereits Marie-Christine Ostermann in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt geäußert. „Wir lassen uns von Höcke nicht den Mund verbieten“, schreibt die Präsidentin des Verbands „Die Familienunternehmer“.

Dank des anhaltenden Booms bei Künstlicher Intelligenz (KI) hat Nvidia Umsatz und Gewinn erneut mehr als verdoppelt. Mit seinem Ausblick blieb der weltweit größte Anbieter von KI-Hochleistungschips aber im Rahmen der Markterwartungen. Das reichte, um die Aktie im nachbörslichen Handel um knapp sieben Prozent einbrechen zu lassen.

Nvidia bleibt trotz dieses Rücksetzers ein globaler Börsenstar. Aber welche deutsche Aktie ist eigentlich die beste? Handelsblatt-Aktienexperte Ulf Sommer hat sich der Antwort angenähert, und zwar in der ihm eigenen Gründlichkeit. Erstes Kriterium: Eine Top-Aktie sollte zuverlässig steigende Dividenden aufweisen, sagen wir seit zehn Jahren.

Welche Aktie ist eigentlich die beste? Foto: Julia Buschmann/Midjourney

Ein knappes Dutzend der rund 600 in Deutschland börsennotierten Unternehmen erfüllt dieses Kriterium. Aber die beste Aktie Deutschlands sollte im gleichen Zeitraum auch mit Kursgewinnen glänzen. Nur drei Unternehmen erfüllen zusätzlich diese Bedingung.

Welche von den dreien die beste ist? Zugegeben, jetzt wird es ein bisschen subjektiv. Mein persönlicher Favorit im Spitzentrio ist das Softwareunternehmen Nemetschek, weil es einerseits den Kurs in zehn Jahren mehr als verzwölffacht hat. Andererseits weist die Aktie des Spezialisten für Bau-Software  auf Basis der 2024er-Prognose ein gerade noch erträgliches Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 46,6 auf.

Ob eine Aktie, die bereits so gut gelaufen ist, jetzt noch den Einstieg lohnt? Das ist ein vortreffliches Thema für den Börsenstammtisch.

Zweifel sind in jedem Fall berechtigt, denn ein wichtiger Motor für den weltweiten Börsenboom fällt derzeit aus: das Wachstum der Geldmenge.

Jahrelang haben die Notenbanken in den USA, Europa, Japan und Großbritannien die Finanzmärkte mit Zentralbankgeld geflutet. „Die aufgeblasene Geldmenge ist sicherlich ein wichtiger Treiber der Aktienmärkte gewesen“, sagt Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der niederländischen Bank ING.

Nun aber wächst die Geldmenge im Euro-Raum nicht mehr so stark wie jahrelang üblich. Bargeld und Guthaben auf Girokonten sind derzeit sogar rückläufig. Seit einem Dreivierteljahr schrumpft diese eng gefasste Geldmenge, im Juli laut Europäischer Zentralbank um 3,1 Prozent auf Jahressicht.

Das Erstaunliche: Der Rekordjagd an den Börsen tut dies bislang keinen Abbruch. Laut Stefan Hofrichter von Allianz Global Investors wird die schwindende Unterstützung durch Geldmenge und Liquidität „vermutlich durch den günstigeren Mix aus Wachstum und Inflation sowie das robuste Gewinnumfeld kompensiert.“

Vom jüngsten Börsen-Höhenflug profitiert auch der Altmeister des Gewerbes: Warren Buffetts Holding Berkshire Hathaway war am Mittwoch im frühen New Yorker Handel zum ersten Mal mehr als eine Billion Dollar wert. Damit ist das Konglomerat das erste US-Unternehmen außerhalb der Tech-Branche, das diese Marke überwinden konnte.

Gestern Morgen sah es so aus, als hätte CDU-Chef Friedrich Merz den Bundeskanzler mit seinem Vorschlag für bilaterale Verhandlungen zum Migrationsrecht in die Zwickmühle getrieben. Dann machte Olaf Scholz vor, wie man sich elegant aus einer solchen Lage befreit.

Aus den Gesprächen auf Augenhöhe zwischen Kanzler und Oppositionsführer soll nun eine Riesenrunde werden, mit Vertretern der Ministerpräsidenten-Konferenz und der beteiligten Bundesministerien, organisiert von Innenministerin Nancy Faeser. Vermutlich werden am Ende auch noch der Bundesverband der Steckrübenzüchter und der Opferbeauftragte für Wespenstiche eingeladen.

Schnelle oder gar wirksame Ergebnisse werden allein durch die Größe der Runde unwahrscheinlich. Und aus dem gleichen Grund wird am Ende der Gespräche keiner so genau wissen, wessen Schuld das ist. Geschickt agiert der Kanzler hier nach dem Prinzip: „Atmet Merz Dir den Nacken heiß, dann erweitere schnell den Arbeitskreis.“

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Ich wünsche Ihnen einen Tag, an dem Sie einen kühlen Kopf bewahren.

Herzliche Grüße
Ihr

Christian Rickens
Textchef Handelsblatt

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