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MusterdepotWo für den Aktienmarkt der Unterschied zwischen Trump und Harris liegt

In einem Monat wird in den USA gewählt. Je nach Wahlausgang könnte es zu wesentlichen Veränderungen in den Bereichen Steuern, Handel und Klimapolitik kommen.Gabriele Hartmann 03.10.2024 - 18:30 Uhr Artikel anhören
Die Strategen (v. l.): Gabriele Hartmann (Perspektive Asset Management), David Wehner (Do Investment) und Laetitia-Zarah Gerbes (Acatis Investment). Foto: Unternehmen

München. Die internationalen Aktienmärkte haben in den vergangenen drei Wochen eine bemerkenswerte Dynamik erlebt. Angetrieben von der ersten Zinssenkung durch die US-Notenbank Fed in diesem Zyklus und einem Konjunkturpaket der chinesischen Regierung legten die Börsen auf breiter Front zu.

Trotz kurzfristiger Unsicherheiten haben sich die Märkte wieder stabilisiert. Ist damit auch bis Jahresende zu rechnen?

Die Märkte in den USA stehen vor einer entscheidenden Phase, da sich der Präsidentschaftswahlkampf zwischen der amtierenden Vizepräsidentin Kamala Harris und dem ehemaligen Präsidenten Donald Trump zuspitzt. Die Abstände in den Meinungsumfragen in den wichtigen „Swing States“ liegen innerhalb der statistischen Fehlerspanne.

Der Online-Prognosemarkt Polymarket sieht die Wahrscheinlichkeit für einen Wahlsieg von Harris bei 51 Prozent gegenüber 47 Prozent von Trump. Etwas mehr als sechs Wochen vor den Wahlen scheint der Präsidentschaftswahlkampf bis zur letzten Minute spannend zu bleiben. Beide Kandidaten verfolgen unterschiedliche wirtschaftspolitische Ziele, die sich erheblich auf die US-Wirtschaft und die globalen Märkte auswirken könnten.

Während der US-Leitindex S&P 500 zuletzt ein neues Allzeithoch markierte, standen Technologie- und Energiewerte im Zentrum der Aufmerksamkeit. Je nach Wahlausgang könnte es zu wesentlichen Veränderungen in den Bereichen Steuern, Handel und Klimapolitik kommen, die diese Branchen stark beeinflussen.

Ein Sieg von Kamala Harris könnte strengere Regulierungen und höhere Unternehmensteuern mit sich bringen, insbesondere in den Bereichen Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit. Für Investoren könnte dies kurzfristig zu Unsicherheit führen, insbesondere in der Energiebranche, die vor einem Wandel stehen könnte.

Donald Trump hingegen steht für eine Fortsetzung seiner deregulierten Wirtschaftspolitik, was die Märkte kurzfristig beruhigen könnte. Seine Politik niedriger Steuern und von weniger Regulierung wird von Investoren als Wachstumsimpuls gesehen. Langfristig dürften jedoch geopolitische Spannungen und eine protektionistische Handelspolitik neue Unsicherheiten schaffen.

Hoffnung und Unberechenbarkeit sind keine Basis für Portfolioentscheidungen

Meines Erachtens ist es wenig ratsam, wichtige Portfolioentscheidungen im Hinblick auf die Wahl auf der Basis von Hoffnung und Unberechenbarkeit zu treffen. Dennoch gibt es wahlsensiblere Branchen wie erneuerbare Energien oder zyklische Konsumgüter, die im Handelsblatt-Musterdepot wenig oder gar nicht allokiert sind.

Ein Thema, das auch im Hinblick auf China an Bedeutung gewinnt, sind Unternehmen, die ihre Lieferketten neu aufstellen, um Zollrisiken zu vermeiden. Der chinesische Aktienmarkt zeigte sich zuletzt widerstandsfähig gegenüber globalen Unsicherheiten und legte deutlich zu, gestützt durch positive Wirtschaftsdaten und staatliche Maßnahmen zur Wachstumsförderung.

Die Musterdepots
Die Manager der Musterdepots schreiben abwechselnd im Wochenrhythmus über ihre Sicht auf die Märkte. Die Beiträge der Expertinnen und Experten stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen lediglich einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben. >> Hier geht es zur Musterdepot-Seite
Leserinnen und Leser können den Profis quasi live über die Schulter schauen: Es gibt das „Zukunfts-Depot“ von Laetitia-Zarah Gerbes (Acatis Investment), das „Nachhaltigkeits-Depot“ von Gabriele Hartmann und das „Dynamik-Depot“ von David Wehner (FGTC Investment).
Hier gelangen Sie direkt zur Musterdepot-Seite: 
>> www.handelsblatt.com/boerse/musterdepots

Der Einfluss Chinas auf die Weltmärkte hat in den letzten Jahren zwar abgenommen, aber ein robustes Wachstum des Landes wird die globalen Aktien eher stützen als ein gedämpftes Wachstum. Dies gilt umso mehr für die exportorientierte deutsche Wirtschaft.

Im Musterdepot Nachhaltigkeit sind mit Siemens, Fresenius, Deutsche Post und Infineon vier deutsche Werte allokiert. Positiv hervorzuheben ist insbesondere Fresenius, der Medizintechnik- und Gesundheitskonzern aus Bad Homburg, der starke Zahlen für das zweite Quartal meldete und dessen Management eine Gewinnspanne von sechs bis zehn Prozent für dieses Jahr in Aussicht stellt.

Wichtig für den Konzern sind die in Deutschland unter dem Namen Helios und in Spanien unter dem Namen Quirónsalud geführten Kliniken. Damit gehört Fresenius zu den größten europäischen Krankenhausbetreibern.

Siemens-Aktie liefert in kurzer Zeit zweistellige Rendite

Zum Thema Künstliche Intelligenz (KI) äußerte Michael Sen, CEO von Fresenius, dass KI-Anwendungen und digitale Lösungen zunehmend in den Klinikalltag integriert werden. So werden beispielsweise Diagnosen und medizinische Eingriffe präziser und effizienter.

Der deutsche Industriekonzern Siemens befindet sich erst seit wenigen Wochen im Musterdepot, brachte in dieser Zeit jedoch eine zweistellige Rendite und war von Anlegern gefragt. Mit der anhaltenden Aufwärtsbewegung der Märkte zeigt sich, dass Investoren auch außerhalb des Technologiesektors nach Investitionsmöglichkeiten Ausschau halten.

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Für die kommenden Wochen sollten Anleger klug diversifizieren und sich auf mehr Volatilität einstellen, da die Aktienmärkte im Umfeld der US-Wahl einigen Unsicherheitsfaktoren ausgesetzt sind. Im Musterdepot Nachhaltigkeit bilden nun Aktien des Gesundheitssektors und ausgesuchte defensive Konsumgüter eine solide Basis.

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