Geldanlage: Experten übertrumpfen sich mit EZB-Zinsprognosen
Frankfurt. Sparer und Anleger müssen sich darauf einstellen, dass die Zinsen im Euro-Raum deutlich fallen. Am Donnerstag hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Lockerung ihrer Geldpolitik beschleunigt und zum dritten Mal seit Juni die Leitzinsen gesenkt. Nun unterbieten sich Experten untereinander mit Prognosen, wie weit die EZB das Zinsniveau drücken wird.
Am weitesten gehen die Analysten der Bank of America. Sie rechnen über das kommende Jahr hinweg kontinuierlich mit weiteren Zinssenkungen, bis der Einlagesatz der EZB 1,5 Prozent erreicht hat. Die Notenbank hat ihn seit Juni bereits von 4,0 Prozent auf nun 3,25 Prozent reduziert.
Diesen Zins erhalten Geschäftsbanken auf Guthaben bei den Notenbanken, für die sie aktuell keine andere Verwendung haben. Sinkt er, kann das die Kreditvergabe fördern. Kunden können auf bessere Darlehenskonditionen hoffen.
Die Strategen der Bank of America beobachten, dass Investoren verstärkt langlaufende Staatsanleihen von Euro-Staaten kaufen, die als sichere Anlage gelten. Das sind allen voran deutsche Staatsanleihen. Die Experten der US-Bank halten diese taktische Ausrichtung auf lange Laufzeiten wegen der absehbar sinkenden Kurzfristzinsen für angebracht.