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Nordkorea im Ukraine-KriegUSA bestätigen Stationierung von nordkoreanischen Truppen in Russland

Der südkoreanische Geheimdienst berichtet, dass bereits mindestens 3000 Soldaten aus Nordkorea in Russland untergebracht seien. Bis zum Ende des Jahres könnten es 10.000 werden. 23.10.2024 - 17:33 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Satellitenbild von russischem Terrain: Laut Südkoreas Geheimdienst sind  nordkoreanische Truppen im Land. Foto: Kim Jae-Hwan/Airbus Defence and

Düsseldorf. Nordkoreanische Soldaten sind nach neuen Angaben der US-Regierung bereits in Russland eingetroffen. Dafür gebe es Beweise, sagt US-Verteidigungsminister Lloyd Austin. Noch sei allerdings unklar, was die Truppen dort machen. „Das müssen wir noch herausfinden“, sagt Austin.

Der südkoreanische Geheimdienst berichtet, dass Nordkorea bereits mehr als 3000 Soldaten nach Russland geschickt haben soll. Der National Intelligence Service (NIS) hat die Zahlen offenbar während einer nichtöffentlichen Sitzung des südkoreanischen Parlaments vorgelegt.

Die Truppen sollen demnach in Militäreinrichtungen in Russland untergebracht und dort für einen Einsatz gegen die Ukraine trainiert werden. Der Geheimdienst NIS erwartet, dass Nordkorea bis Dezember insgesamt 10.000 Soldaten nach Russland schicken wird.

Das Auswärtige Amt reagiert auf die Berichte, indem es den nordkoreanischen Geschäftsträger einbestellt hat. „Wir würden einen solchen Schritt natürlich als Eskalation betrachten“, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes. Eine nordkoreanische Unterstützung Russlands würde die Sicherheit Deutschlands und der europäischen Friedensordnung bedrohen, schreibt das Ministerium auf X.

„Sollten die Berichte über nordkoreanische Soldaten in der Ukraine zutreffen und Nordkorea damit den russischen Angriffskrieg in der Ukraine auch mit Truppen unterstützen, wäre dies gravierend und ein Verstoß gegen das Völkerrecht“, schreibt das Auswärtige Amt weiter.

Verteidigungsminister Boris Pistorius zeigte sich bei einem Auftritt in London gemeinsam mit seinem britischen Kollegen John Healy ebenfalls besorgt. Obwohl kaum Informationen gebe, handle es sich um „neue Qualität und eine Art Eskalation“ im Krieg Russlands gegen die Ukraine.

„Wir beide verurteilen diese potenzielle Eskalation absolut“, sagte Healey. Es sei hoch wahrscheinlich, dass Nordkorea Soldaten nach Russland entsandt habe. Ob sie bereits am Kampfgeschehen teilnehmen, sei hingegen nicht klar.

Trotzdem bezeichnete Healey die Entwicklung als schockierende Eskalation von Seiten Pjöngjangs und als Zeichen der Verzweiflung Russlands, dass es sich von einem Land wie Nordkorea Unterstützung suche.

Damit Nordkorea mit einem Einsatz ihrer Soldaten zur Kriegsparte würde, müssten laut Völkerrechtler Claus Kreß zwei Bedingungen erfüllt sein: Erstens müssten die Soldaten unter nordkoreanischem Kommando handeln und zweitens müssten sie sich „unmittelbar an Feindseligkeiten mit der Ukraine beteiligen“, also zum Beispiel selbst schießen, sagte der Professor für Völkerrecht der Universität zu Köln der Deutschen Presse-Agentur.

Selenski fordert internationalen Druck auf Nordkorea

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat am Dienstagabend bereits gefordert, eine Ausweitung des russischen Angriffskrieges mit nordkoreanischer Unterstützung zu verhindern. „Wenn Nordkorea sich in den Krieg in Europa einmischen kann, dann reicht der Druck auf dieses Regime definitiv nicht aus“, sagte Selenski in einer Videobotschaft. „Es ist klar, dass Pjöngjang ebenso wie Moskau Menschen nicht zählt und Menschenleben nicht achtet.“

Selenski zufolge habe auch die Ukraine Informationen über die Ausbildung nordkoreanischer Soldaten auf russischem Boden. Demnach würden zwei Einheiten des Militärs des asiatischen Landes dort trainieren. „Vielleicht sogar zwei Brigaden mit jeweils 6.000 Mann“, sagte der ukrainische Präsident.

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„Russlands Angriff war das Beste, was Kim passieren konnte“

Seit der russischen Invasion in der Ukraine haben sich Russland und Nordkorea angenähert. Im Juni besuchte Vladimir Putin den nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un in der Hauptstadt Pjöngjang. Dort haben die beiden einen Vertrag zur gegenseitigen Verteidigung und Unterstützung unterzeichnet. Schon zuvor hatte Nordkorea damit begonnen, Waffen an Russland zu liefern. Offiziell bestätigen weder Moskau noch Pjöngjang Waffenlieferungen, die zudem gegen Sanktionen der Vereinten Nationen verstoßen würden.

Bereits vor dem Treffen im Sommer sagte Victor Cha, Korea-Experte des US-Thinktanks Center for Strategic and International Studies (CSIS) dem Handelsblatt, der Angriff Russlands auf die Ukraine sei „das Beste gewesen, was Kim Jong Un passieren konnte“. Für die Lieferungen würde Nordkorea von Russland nicht nur Lebensmittel, Energie und Geld bekommen sondern eventuell auch Hilfe mit der eigenen Militärtechnik.

flx, dpa
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