Deutsche Telekom: Vertragsverlängerung des Telekom-Chefs: „Herr Höttges hat noch Power“
San Francisco, Düsseldorf. Für viele bei der Deutschen Telekom schien der Plan klar: Der Vorstandsvorsitzende Timotheus Höttges bleibt bis Ende 2026 und übergibt die Verantwortung dann nach zwölf Jahren Amtszeit an Deutschlandchef Srinivasan Gopalan. Das ist nach Handelsblatt-Informationen allerdings nicht mehr sicher.
Höttges wolle länger bleiben, sagten mehrere Quellen aus Konzernumfeld und Aufsichtsrat dem Handelsblatt und bestätigten damit vorherige Medienberichte. Den Handelsblatt-Informationen zufolge ist eine Vertragsverlängerung noch nicht ausgemacht, wird aber im Hintergrund bereits vorbereitet. Der Manager könnte infolgedessen zweieinhalb zusätzliche Jahre als Telekom-Chef bekommen und bis ins Jahr 2029 hinein bleiben. Der Brite Gopalan würde in diesem Fall nur über einen Umweg an die Spitze der Telekom gelangen.
Der Aufsichtsratsvorsitzende Frank Appel stehe dieser Lösung wohlwollend gegenüber, sagten zwei Insider dem Handelsblatt. Auch der Bund – noch immer größter Anteilseigner der Telekom – sei grundsätzlich einverstanden. „Herr Höttges hat noch Power“ und sei bislang sehr erfolgreich gewesen, heißt es im Konzernumfeld.
Im Aufsichtsrat riefen die Vorbereitungen, über die zunächst „The Pioneer“ berichtet hat, indes Verwunderung hervor. Bei den jüngsten Sitzungen sei der Plan noch kein Thema gewesen, sagten Kenner der Lage. Entsprechend irritiert sind manche Mitglieder. Schließlich wussten sie von nichts.