Cum-Ex-Skandal: Hanno Berger und die Suche nach den verlorenen Millionen
Düsseldorf. 200 Schweizer Franken und eine Goldmünze hatte Hanno Berger dabei, als Beamte ihn im Herbst 2023 in Empfang nahmen, damit er seine Haftstrafe antreten konnte. Sie pfändeten die umgerechnet 500 Euro.
Das Landgericht Bonn hatte den Steueranwalt knapp ein Jahr zuvor wegen Steuerhinterziehung in besonders schwerem Ausmaß zu acht Jahren Gefängnis und einer Rückzahlung von 13,7 Millionen Euro verurteilt. Berger hielt das für einen Justizskandal.
Seine Anwälte gingen für ihn bis zum Bundesgerichtshof. Doch wie all seine Klagen und wie mit all seinen Protesten zuvor scheiterte Berger auch dort. Seit Oktober 2023 ist das Urteil gegen ihn rechtskräftig.
Allerdings: Von den 13,7 Millionen Euro, die Berger aus seinen Profiten mit illegalen Steuergeschäften zurückzahlen soll, fehlt – mit Ausnahme der 500 Euro – noch heute jede Spur.
Nun versucht die deutsche Justiz, die Quote zumindest etwas zu verbessern. Wie das Handelsblatt erfuhr, hat das Land Nordrhein-Westfalen Gabriele Berger verklagt. Sie ist Bergers Ehefrau und lebt im Schweizer Bergdorf Zuoz – Bergers Fluchtort von November 2012 bis Mitte 2021, als die Schweiz ihn in Auslieferungshaft nahm. Der deutsche Staat fordert 300.000 Euro von Gabriele Berger.