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KommentarWieso werden künftige Kosten der Klimakrise einfach ignoriert?

Die Weltklimakonferenz ist mit einem Minimalkompromiss zu Ende gegangen. Ein ambitionierter Kampf gegen die Erderwärmung und die Folgen des Klimawandels sieht anders aus.Silke Kersting 24.11.2024 - 17:30 Uhr
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Volles Haus bei einer Pressekonferenz von Bundesaußenministerin Annalena Baerbock auf der Klimakonferenz. Foto: dpa

Was braucht es, um die Weltgemeinschaft zum gemeinsamen Handeln zu bewegen? Eine Zutat könnte die Zunahme der extremen Wetterereignisse fast überall auf der Welt sein, die viel Leid und großen wirtschaftlichen Schaden bringen. Ein Narr, wer denkt, es würde ihn nicht betreffen. Und doch haben die Tage der Weltklimakonferenz in Baku erneut gezeigt, wie schwierig es ist, die insgesamt 198 Vertragsstaaten der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen auf eine Linie zu bringen.

Im Wesentlichen sind es die überaus ausgeprägten Egoismen einiger weniger Staaten, die jedes Jahr Sand oder gar Steine ins Getriebe werfen. Saudi-Arabien ist so ein Staat, längst bekannt als notorisches Bremserland. Es ist aber längst nicht das einzige. Besonders destruktiv wirkt die Bremskraft dieser Länder, wenn sie wie in diesem Jahr  auf eine wenig bis gar nicht ambitionierte Präsidentschaft trifft. Und so endete diese Weltklimakonferenz nach zwei Wochen plus 30 Stunden Verlängerung mit nicht mehr als einem Minimalkompromiss.

Verabredet wurde letztendlich eine Verdreifachung der finanziellen Hilfen für die Entwicklungsländer ab 2026, was sich nach viel anhört, aber angesichts der Schäden, die diese Länder schon heute erleiden, nicht übermäßig großzügig ist. Und: Der größte Teil dieser Mittel wird wie bisher in Form von Krediten kommen.

Beim Thema CO2 ist in Baku nicht mehr gelungen, als die Beschlüsse der COP28 in Dubai zur Abkehr von fossilen Energien und zum Ausbau erneuerbarer Energien nicht zu verwässern. Angesichts des sich beschleunigenden Klimawandels ist das beschämend.

Wie kann es da sein, dass selbst künftige Kosten der Klimaveränderungen ignoriert werden? Dass die Kosten des Nicht-Handelns größer sein werden, als jetzt in mehr Klimaschutz zu investieren, dürfte inzwischen jedermann klar sein. Eine zukunftsorientierte, generationengerechte und wohlstandssichernde Politik sieht anders aus. Trotzdem gibt es keine Alternative dazu, weiter um mehr Klimaschutz zu ringen. Und sei es noch so kleinteilig. Jedes Zehntelgrad zählt.

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