Coaching: Wie Männer modernes Führungs- und Sozialverhalten lernen
Düsseldorf. Wer Tim Prell das erste Mal begegnet, könnte ihn für den Mann halten, der er mal war. Ausdrucksstarkes Brillengestell, schwarzer Pullover, straffer Seitenscheitel, eine mechanische Uhr am Handgelenk. So wie Werber in Klischees aussehen. Doch Prell sendet nicht mehr hauptberuflich, er hört jetzt zu.
Gut, es geht auch im neuen Berufsleben von Prell viel um Gefühle. Doch dieses Mal will er sie nicht im Sinne seiner Auftraggeber beeinflussen. Er will seinen Auftraggebern dabei helfen, ihre Gefühle zu verstehen. Denn Prell ist nun Coach. Und zwar für eine Spezies, bei der in den vergangenen Jahren einiges ins Rutschen gekommen ist: Männer, meistens weißer Hautfarbe, meistens, aber nicht immer, in der zweiten Lebenshälfte.
Sie sind die vielleicht verunsichertste Zielgruppe unserer Zeit. Zumindest in westlichen Industrieländern. Sie haben dort ihren Alleinverdiener-, Alleinentscheider- und Alleinrechthaber-Status verloren – weswegen einige von ihnen immer häufiger radikale Parteien wählen, viele irgendwie wütend sind und manche auch verunsichert. Und an die wendet sich Prell. Aber was lernt man da als verunsicherter Mann?