Deutsche Fußball-Liga: Fußball-Bundesliga erlöst ab 2025 mehr mit Medienrechten
Frankfurt. Die 36 deutschen Fußball-Profiklubs können in den nächsten vier Jahren unerwartet mit mehr Geld aus der Vergabe der Medienrechte für die Bundesliga rechnen. Mit 4,48 Milliarden Euro werde die Deutsche Fußball-Liga (DFL) in der nächsten Rechteperiode von 2025/26 bis 2028/29 insgesamt 84 Millionen mehr erlösen als in den vier Jahren davor, sagte der Sprecher des DFL-Präsidiums, Hans-Joachim Watzke, am Donnerstag in Frankfurt.
„Wir haben gezeigt, dass die Liga sehr attraktiv ist“, sagte Watzke. „Das hat uns doch keiner zugetraut. Wir sollten uns jetzt mal für ein paar Stunden freuen.“ Vor vier Jahren hatten die Corona-Pandemie und ihre Folgen erstmals zu einem Rückgang der Medienerlöse geführt.
Hinter der englischen Premier League nehme die Bundesliga damit den zweithöchsten Betrag aus der Vergabe der nationalen Medienrechte ein, sagte DFL-Geschäftsführer Steffen Merkel, der die 19 Rechtepakete geschnürt hatte. Für fast alle Bundesliga-Klubs seien die Medienerlöse die wichtigste Einnahmequelle.
Merkel hatte die Erwartungen im Vorfeld angesichts der schwachen Konjunktur im Voraus gedämpft. Auch Experten hatten mit Erlösen von allenfalls einer Milliarde Euro pro Jahr gerechnet, nachdem die italienische und vor allem die französische Liga Abstriche bei den Medienerlösen hatten machen müssen.
Die „Ligue 1“ nimmt etwa 25 Prozent weniger ein als zuletzt. Bei den Auslandsrechten hat die Bundesliga allerdings Nachholbedarf.
Fans brauchen Sky und DAZN-Abo
Die Pay-TV-Rechte für den deutschsprachigen Raum teilen sich wie bisher Sky Deutschland und DAZN, allerdings mit kleinen Verschiebungen. Fußballfans, die alle Spiele live sehen wollen, brauchen damit wie bisher zwei Abonnements. Die beliebte „Live-Konferenz“ der vier bis fünf Bundesliga-Spiele am Samstagnachmittag läuft in den nächsten vier Saisons bei DAZN, dafür zeigt Sky neben den Einzelspielen am Samstagnachmittag und -abend auch die Freitagsspiele und kann damit rund drei Viertel aller Erstliga-Spiele live übertragen. Nur am Sonntag ist DAZN an der Reihe.
„Mit dieser Investition erhöhen wir unsere Bundesliga-Reichweite und verpflichten uns, allen Fußballfans noch mehr Möglichkeiten und Innovationen zu bieten, ihren Lieblingssport zu verfolgen“, sagte DAZN-Chefin Alice Mascia. Insidern zufolge gibt DAZN für die Rechte künftig weniger Geld aus als bisher.
Dass sich beide Pay-TV-Anbieter die Rechte teilen, war ein Schlüssel zum finanziellen Erfolg für die DFL. Das Kartellamt hätte zwar erstmals seit acht Jahren wieder erlaubt, dass ein Bieter alle Rechte erwirbt. Das hätte für den Unterlegenen aber wohl den Rückzug aus Deutschland bedeutet.
Die wichtigsten Rechte für das frei empfangbare Fernsehen bleiben trotz deren Sparkurs bei den öffentlich-rechtlichen Sendern. Die „Sportschau“ in der ARD am Samstag ab 18.30 Uhr bleibt im bisherigen Format erhalten, am späten Samstagabend berichtet das ZDF im „Sportstudio“ über das Abendspiel. Neun Spiele pro Saison - darunter das Eröffnungsspiel, das erste Spiel nach der Winterpause und die Relegationsspiele - sind wie bisher bei Sat.1 frei empfangbar. Nur das Spiel der 2. Liga am Samstagabend wandert vom Spartensender Sport.1 zu RTL.