Russland: Elwira Nabiullina ist die Retterin von Putins Kriegswirtschaft
Moskau. Für 1000 Rubel bekommt man in Moskauer Wechselstuben derzeit nicht einmal mehr neun Euro. Seit dem Sommer hat die russische Währung etwa ein Viertel ihres Wertes verloren, kürzlich waren es zehn Prozent innerhalb nur einer Woche. Gleichzeitig explodierte die Inflation auf jetzt rund zwölf Prozent.
Die Entwertung des Rubels wirft Fragen auf: Stößt Russlands Präsident Wladimir Putin mit seiner Kriegswirtschaft am Ende des dritten Jahres der Aggression gegen die Ukraine nun doch an Grenzen? Und liegt das daran, dass die Sanktionen wirken?
Russlands Finanzsystem stehe „am Rande des Nervenzusammenbruchs“, behauptete der Ökonom Andrej Kusitschkin kürzlich in einem Essay für ein im Exil erscheinendes russisches Wirtschaftsmagazin. Die Zentralbank drucke Geld wie Ende der Neunzigerjahre. Damals, im Sommer 1998, endete das im faktischen Staatsbankrott.
Diese Gefahr sieht Elwira Nabiullina, die Chefin der russischen Zentralbank, naturgemäß ganz und gar nicht. Als die 61-Jährige vor gut zwei Wochen im Parlament, der Duma, ihren Jahresbericht vorstellte, verbreitete sie Optimismus.