Baschar al-Assad: So kam der syrische Diktator zu seinem Milliardenvermögen
Berlin. Gleich am Sonntag, kurz nach dem Sturz des syrischen Machthabers Baschar al-Assad durch islamistische Kämpfer, drangen Plünderer und Schaulustige in den Präsidentenpalast und in Assads Residenz ein. Dabei wurde die Empfangshalle des Palastes in Brand gesetzt, die einige Kilometer entfernte Assad-Residenz wurde fast völlig leer geräumt.
In den Räumen waren am Sonntagnachmittag nur noch wenige Möbelstücke, verstreute Akten und ein auf dem Boden liegendes Porträtgemälde des gestürzten Präsidenten zu sehen, wie ein AFP-Korrespondent berichtete. Überbleibsel eines einstigen Luxuslebens, das die Assad-Familie in Damaskus führte.
Aber der Reichtum war nicht auf Assad und seine Frau beschränkt. Die Assad-Familie kontrollierte nach Jahrzehnten an der Macht den Großteil der syrischen Wirtschaft. Darunter Telekommunikationsunternehmen, die Baubranche, die Ölförderung und -verarbeitung und die Banken. Baschar al-Assads Vater hatte 1970 die Macht im Land übernommen.
Vor allem Assads Cousin Rami Makhlouf erwies sich als geschäftstüchtig. Er allein soll laut dem britischen „Telegraph“ zeitweise rund 60 Prozent der syrischen Wirtschaft kontrolliert haben. Darunter war auch der größte syrische Mobilfunkanbieter Syriatel. Sein Vermögen soll zwischen fünf und zehn Milliarden Euro betragen haben.