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Gesetzliche KrankenkassenHöhere Beiträge – aber Nachteile beim Facharzt

50 Millionen gesetzlich Versicherte zahlen ab Januar höhere Beiträge. Dabei müssen sie längere Wartezeiten als Privatversicherte in Kauf nehmen. Dafür braucht es eine Lösung. Ein Kommentar.Britta Rybicki 30.12.2024 - 13:23 Uhr
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Mehr als 50 Millionen Versicherte müssen im kommenden Jahr mehr für ihre Krankenversicherung zahlen. Foto: dpa

Mehr als 50 Millionen Menschen müssen im kommenden Jahr mehr für ihre gesetzliche Krankenversicherung ausgeben. 73 Krankenkassen erhöhen ihre Zusatzbeiträge, nur zehn kleinere können ihre Preise stabil halten. Einige Kassenpatientinnen müssen sogar doppelt so viel zahlen wie bisher.

Grund für die Beitragserhöhungen sind die finanziellen Herausforderungen, vor denen die Krankenkassen stehen. Sie müssen eine immer älter werdende Gesellschaft versorgen, gleichzeitig steigen die Gehälter des medizinischen Personals, und die Behandlungen werden aufwendiger und teurer. Hinzu kommt, dass die gesetzliche Krankenversicherung ein Milliardendefizit hat und ihre Rücklagen langsam aufgebraucht sind.

Der GKV-Schätzerkreis, ein Gremium aus Vertretern der Krankenkassen und Ministerien, hatte bereits vorhergesagt, dass die Beiträge steigen werden. Die Krankenkassen orientieren sich an dieser Prognose, können aber ihren Zusatzbeitrag selbst festlegen. Dieser wird je zur Hälfte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitgebern getragen.

Die Prognose des Schätzerkreises liegt bei einem Zusatzbeitrag von 2,5 Prozent. Zehn Krankenkassen werden ihren Zusatzbeitrag sogar um mindestens ein Prozent erhöhen.

Die zwei Lager der Patienten

Diese Entwicklung vollzieht sich vor dem Hintergrund eines Systems, das die Versicherten zunehmend in zwei Lager spaltet. Zwar müssen auch die privaten Krankenkassen ihre Beiträge erhöhen. Experten gehen aber davon aus, dass es für einen Teil der Menschen finanziell keinen großen Unterschied mehr machen dürfte, ob sie sich privat oder gesetzlich versichern.

Ein weiteres Problem neben den steigenden Kosten ist die Ungleichbehandlung von gesetzlich und privat Versicherten. Ein besonders deutliches Beispiel ist die Terminvergabe bei Fachärzten. Nach Angaben des Spitzenverbandes der Krankenkassen warten Kassenpatienten mehr als sechs Wochen auf einen Facharzttermin. Privatversicherte werden bevorzugt.

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Eigentlich soll das Terminvergabegesetz seit 2019 dafür sorgen, dass auch Kassenpatientinnen innerhalb von vier Wochen einen Facharzttermin erhalten. Die Praxis zeigt jedoch, dass dies oft nicht der Fall ist.

Steigende Beiträge bei schlechterer Versorgung werfen zunehmend die Frage auf, wie gerecht das deutsche Krankenversicherungssystem noch ist. Es ist immer weniger zu übersehen, dass die gesetzliche Krankenversicherung nicht nur teurer wird, sondern auch nicht die bestmögliche Gesundheitsversorgung bietet. Diese Entwicklung führt zu einer wachsenden Ungleichheit im Gesundheitssystem, für die es dringend politische Lösungen braucht.

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