Cum-Ex-Skandal: Wo sind die 50 Millionen Euro Beute des Kronzeugen?
Köln. Wenn es um die Beute geht, kennt Jan Schletz kein Pardon. Der Staatsanwalt erinnerte die Verteidiger des angeklagten Wirtschaftsanwalts Kai-Uwe Steck daran, dass ihr Mandant selbst erklärt hat, 50 Millionen Euro Profit mit illegalen Cum-Ex-Geschäften gemacht zu haben – und die Summe zurückzuzahlen. Das interne Gespräch vor wenigen Tagen, an dem Verteidiger, die Richter und die Ankläger teilnahmen, drehte sich genau um diese Zusage Stecks.
Die Taten, wegen derer Steck auf der Anklagebank sitzt, haben auch für Cum-Ex-Verhältnisse eine außergewöhnliche Dimension. Es geht um versuchte und vollendete Steuerhinterziehung in Höhe von nahezu 900 Millionen Euro, an der Steck beteiligt war.
Der Begriff Cum-Ex steht für den größten Steuerskandal Deutschlands. Banken und Investoren ließen sich dabei Steuern erstatten, die sie gar nicht gezahlt hatten.
Stecks Aussagen sorgten in der Steueraffäre Cum-Ex für die Verurteilung von mehr als einem Dutzend Männern, darunter Stecks ehemaliger Mentor Hanno Berger. Nun ist er selbst angeklagt.
Steck hat seine Taten längst gestanden. Trotzdem will er zusammen mit seinen Verteidigern erreichen, dass er nicht oder nur milde bestraft wird. Dem Handelsblatt sagte sein Verteidiger Gerhard Strate sogar, dass er von einer Einstellung des Verfahrens ausgeht.