Kommentar: Öl als Waffe gegen Putin – Trumps Strategie verspricht Erfolg

Im Schwall der Nachrichten, die Donald Trump seit seiner Amtsübernahme am vergangenen Montag produziert hat, ist eine der wichtigsten bisher wenig beachtet worden: Um den Ölpreis zu senken, setzt der US-Präsident Saudi-Arabien unter Druck. Das Königreich solle seine Fördermengen erhöhen, stellte Trump bei einer Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos klar.
„Drill, baby, drill“ – das Versprechen, mehr Öl sprudeln zu lassen, erhält eine außenpolitische Dimension. Trump geht es nicht nur um billigeren Sprit für amerikanische Autofahrer. Er sieht in einem niedrigeren Ölpreis ein strategisches Instrument, um den russischen Präsidenten Wladimir Putin an den Verhandlungstisch zu zwingen. „Wenn der Preis sinkt, würde der russisch-ukrainische Krieg sofort enden“, verkündete Trump in Davos.
Ganz so einfach ist es nicht, doch im Kern hat er recht. Trump sieht sich als Friedensstifter. Was bisher Ausdruck seiner Hybris zu sein schien, wird nun mit einem realpolitischen Konzept unterlegt.
Ja, Trumps Behauptung, der Ukrainekrieg würde schon an seinem ersten Tag im Amt enden, war wirklichkeitsfern. Doch die Strategie, die Geschäftsgrundlage der russischen Kriegsmaschinerie mit einer Flutung der Ölmärkte zu zerstören, ist vernünftig. Jetzt muss sie konsequent umgesetzt werden.