Nikkei, Topix, CSI-300: Deutliche Verluste an asiatischen Börsen wegen Trump-Zöllen
Tokio, Peking. Die Erhebung von Strafzöllen durch US-Präsident Donald Trump gegen China, Kanada und Mexiko hat an den asiatischen Aktienmärkten am Montag zu drastischen Kursverlusten geführt. In Japan verlor der Leitindex Nikkei 2,7 Prozent an Wert und schloss bei 38.541 Punkten. Der breiter gefasste Topix ging 2,4 Prozent niedriger mit 2720 Punkten aus dem Handel.
Die chinesischen Festlandsbörsen in Shanghai und Shenzhen sind wegen der Feiertage rund um das Frühlingsfest noch bis einschließlich Dienstag geschlossen. Der Hongkonger Hang-Seng-Index fiel zum Handelsauftakt um knapp zwei Prozent, erholte sich aber im weiteren Handel.
Etwas höher waren die Verluste im Hang Seng China Enterprises Index, der 50 chinesische Unternehmen umfasst, deren Aktien in Hongkong gehandelt werden. Er verlor im frühen Handel mehr als zwei Prozent, ab Mittag reduzierte sich das Minus. In Südkorea sank der Kospi-Index in der ersten Handelsstunde ebenfalls um 2,8 Prozent und schloss mit Verlusten von 2,5 Prozent.
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Auslöser war die Ankündigung von US-Präsident Trump, nicht nur Importe aus China mit einem zehnprozentigen Zoll zu belegen. Den eng mit der US-Wirtschaft verzahnten Nachbarn Kanada und Mexiko brummte er sogar Einfuhrzölle von 25 Prozent auf. Beide Länder drohen damit, sich zu revanchieren.
Dies weckte weltweit Sorgen vor einem Ausbruch von Handelskriegen der USA mit Freund und Feind. Besonders groß ist die Vorsicht allerdings in Ostasien, denn von hier beziehen die USA nicht nur billige Konsumgüter aus China, sondern auch teure Hightech und Autos von den Verbündeten Japan und Südkorea.
Vor allem die Autobauer sind betroffen
Zwar hat Trump noch keine Zölle gegen die beiden engsten asiatischen Verbündeten angekündigt. Aber selbst wenn sie weniger hart getroffen werden, dürften viele der Unternehmen massiv unter Zöllen auf China wie auch Mexiko und Kanada leiden. Denn die Südkoreaner und Japaner unterhalten viele Werke in der Volksrepublik, zudem direkt nördlich und südlich der US-Grenze.
Gerade die Autohersteller haben bisher die nordamerikanische Freihandelszone genutzt, um über die USA, Mexiko und Kanada integrierte Lieferketten und Produktionsnetze aufzubauen. Ein Handelskonflikt dürfte daher ihre Produktion deutlich verteuern.
Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar 0,3 Prozent auf 155,73 Yen und legte leicht auf 7,2507 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notierte er 0,8 Prozent höher bei 0,9175 Franken. Parallel dazu fiel der Euro um 1,4 Prozent auf 1,0215 Dollar und gab um 0,7 Prozent auf 0,9371 Franken nach.
„Die Überraschung für die Märkte ist, dass Kanada und Mexiko sofort Vergeltung geübt haben und dass andere, wie China und die EU, ihrem Beispiel folgen könnten, was zu einem starken Rückgang des Welthandels führen würde“, sagte Tony Sycamore, ein Marktanalyst bei IG.
Mit Material von Reuters