Wahlkampf: „Scholz wird keine große Rolle mehr spielen“
Berlin. Zwei Wochen vor der Bundestagswahl liegt die SPD mit ihrem Kanzlerkandidaten Olaf Scholz in Umfragen deutlich abgeschlagen auf Platz drei. Auch das erste TV-Duell zwischen Kanzler Olaf Scholz (SPD) und Unionskanzlerkandidat Friedrich Merz (CDU) am Sonntagabend in ARD und ZDF dürfte daran wenig ändern. Scholz hat das Duell laut einer Blitz-Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen zwar knapp gewonnen.
Die Chance, noch zur Union aufzuschließen, liegt nach Einschätzung von Experten aber nahezu bei null. Selbst die von CDU und CSU initiierten Abstimmungen zu zwei Anträgen und einem Gesetzentwurf zur Zuwanderungsbegrenzung im Bundestag haben die Stimmung nicht gedreht. Dass Unionskanzlerkandidat Friedrich Merz (CDU) eine Mehrheit mit Stimmen der AfD in Kauf genommen hatte, war von SPD, Grünen und Linkspartei scharf kritisiert worden.
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Für den Bremer Politikwissenschaftler Lothar Probst liegen die Gründe für die ausweglose Lage der SPD auf der Hand. „Der Kandidat zieht nicht, die Themen ziehen nicht, und selbst die leichtsinnige Art von Merz, sich durch gemeinsame Abstimmungen mit der AfD angreifbar zu machen, zieht nicht, wenn man den neuesten Umfragen glauben will“, sagt Probst dem Handelsblatt.