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GroßbritannienPreisdruck nimmt zu – Inflationsrate steigt auf drei Prozent

Als besonders hartnäckig hat sich die Teuerung im Dienstleistungssektor erwiesen. Bis Jahresmitte könnten die Verbraucherpreise weiter deutlich steigen.Torsten Riecke 19.02.2025 - 10:50 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Die Bank of England sieht sich mit einer Stagflation konfrontiert. Foto: AFP

Es war der stärkste Inflationsanstieg seit zehn Monaten. Ökonomen hatten lediglich ein Plus von 2,8 Prozent erwartet. Als besonders hartnäckig erwies sich die Inflation zuletzt im Dienstleistungssektor, wo die Preise im Januar immer noch um fünf Prozent stiegen.

Der ehemalige britische Notenbanker Jonathan Haskel rechnet nun damit, dass die Bank of England (BoE) weitere Zinssenkungen aufschieben könnte. „Ich glaube, dass die Notenbank ihre Geldpolitik eher widerwillig lockern wird“, sagte er der BBC.

Die Investoren an den Finanzmärkten wetten dagegen weiterhin auf eine Lockerung der Leitzinsen um 50 Basispunkte in diesem Jahr. Derzeit stehen die Leitzinsen bei 4,5 Prozent.

Die BoE hatte den Preisschub erwartet und in ihrer jüngsten Konjunkturprognose vorausgesagt, dass die Verbraucherpreise bis zur Jahresmitte aufgrund hoher Energiekosten mit einer Rate von 3,7 Prozent steigen könnten. Danach werde die Inflation wieder auf den Zielwert der Notenbank von zwei Prozent sinken, bei dem sie Preisstabilität sieht.

Britische Wirtschaft in der Stagflation

„Wir gehen nach wie vor davon aus, dass die Verbraucherpreise im Jahr 2026 unter zwei Prozent fallen werden“, sagte Ruth Gregory, Ökonomin bei der Beratungsgesellschaft Capital Economics in London. Das Risiko bestehe darin, dass sich der Anstieg der Inflation als hartnäckiger erweise und die Zinssätze langsamer oder nicht so weit gesenkt werden könnten wie erwartet.

Die britische Wirtschaft befindet sich in einer Stagflation mit schwachem Wachstum und steigenden Preisen. Das Bruttoinlandsprodukt in Großbritannien stieg im letzten Quartal 2024 minimal um 0,1 Prozent. Die Bank of England halbierte daraufhin ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr von 1,5 auf 0,75 Prozent.

„Mehr Geld in die Taschen der Menschen zu bekommen, ist meine wichtigste Aufgabe“, sagte die britische Finanzministerin Rachel Reeves und verwies auf die zuletzt stark gestiegenen Löhne und Gehälter. In den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres lag das Plus in der Lohntüte bei fast sechs Prozent.

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Ihr Gegenpart Mel Stride von den oppositionellen Konservativen sieht das völlig anders: „Die heutigen Inflationszahlen sind schlechte Nachrichten für die Finanzen der britischen Haushalte“, erklärte der Tory-Politiker und machte dafür die Steuererhöhungen der Labour-Regierung verantwortlich.

Reeves will die Arbeitgeberbeiträge zur staatlichen Sozialversicherung  zum 1. April um ein Volumen von 25 Milliarden Pfund – das sind etwa 30 Milliarden Euro – anheben. Viele Firmen haben daraufhin angekündigt, ihre Preise zu erhöhen. „Unternehmen müssen mit erheblichen Kostenbelastungen fertigwerden, die die Inflation weiter anzuheizen drohen“, sagte Stuart Morrison von der British Chambers of Commerce.

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