Syrien: Regierung erklärt Kämpfe gegen Assad-Anhänger für beendet
Dubai. Das syrische Verteidigungsministerium hat die Kämpfe mit Anhängern des gestürzten Präsidenten Baschar al-Assad für beendet erklärt. „Wir ebnen den Weg für die Rückkehr zur Normalität und für die Konsolidierung von Sicherheit und Stabilität“, teilte Ministeriumssprecher Abdul Ghany am Montag auf X mit.
Am Wochenende starben bei den Kämpfen zwischen den islamistischen Milizen und den Anhängern Assads nach Angaben der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte über 1000 Menschen.
Demnach wurden vor allem Zivilisten getötet, die zu der Minderheit der Alawiten gehören. Die Mitglieder dieser Ausprägung des Islams zählten zu den wichtigsten Stützen der Assad-Regierung. Die Beobachtungsstelle spricht von Massakern und Rachemorden der Islamisten an den in den Küstengebieten lebenden Alawiten.
Ghany erklärte weiter, die Bekämpfung der Reste des Assad-Regimes werde vorbereitet. Es würden auch Vorkehrungen gegen künftige Gefahren getroffen. Nach den Kämpfen würden nun öffentliche Einrichtungen ihre Arbeit wieder aufnehmen.
Frankreichs Außenminister Jean-Noel Barrot forderte, die Verantwortlichen für die Morde müssten bestraft werden. Die russische Regierung rief dazu auf, die Gewalt so schnell wie möglich zu beenden.
Milizen-Chef verspricht Aufklärung
Der syrische Interimspräsident und ehemalige Milizen-Chef Ahmed al-Scharaa versprach am Sonntag, die Urheber der gewalttätigen Auseinandersetzungen zur Rechenschaft zu ziehen. Sein Büro teilte mit, dass ein unabhängiger Ausschuss die von beiden Seiten begangenen Tötungen untersuchen werde.
„Syrien ist ein Rechtsstaat. Das Gesetz wird seinen Lauf nehmen“, sagte Scharaa am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Die Massentötungen von Angehörigen der Minderheit des gestürzten Präsidenten Baschar Al-Assad seien eine Bedrohung für sein Vorhaben, das Land wieder zu vereinen.
Für den Ausbruch der Gewalt in den vergangenen Tagen machte Scharaa eine ehemalige, Assads Bruder treu ergebene Militäreinheit und eine nicht näher bezeichnete ausländische Macht verantwortlich, räumte jedoch ein, dass als Reaktion darauf „viele Parteien an die syrische Küste vorgedrungen sind und es zu zahlreichen Verletzungen gekommen ist“. „Es wurde zu einer Gelegenheit für Rache“ für jahrelang aufgestauten Unmut, sagte er.
Assad war vergangenes Jahr nach Russland geflohen, nachdem Rebellen unter der Führung der sunnitisch-islamistischen Gruppe Hayat Tahrir al-Scham von Scharaa seine Regierung gestürzt und damit eine jahrzehntelange Unterdrückung und einen verheerenden Bürgerkrieg beendet hatten.